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Irische Forscher wollen Tumoren mit Ultraschall zerstören

Eine irische Firma entwickelt eine nichtinvasive Alternative zur operativen Entfernung von Tumoren. Bei der Methode der Firma Gendel aus Coleraine werden die Krebszellen von Außen mit Hilfe von Ultraschall zerstört und anschließend vom Körper abgebaut, berichtet das Magazin New Scientist (Ausgabe vom 1. Februar, S. 17). Bisher funktioniert die Methode allerdings nur im Tierversuch. Erste Tests am Menschen sollen erst in zwei Jahren erfolgen.

Die bei der Behandlung verwendete Schallstärke ist vergleichsweise gering und entspricht etwa der Dosis, die auch in der Sportmedizin zur Behandlung von Muskeln verwendet wird. Damit Tumorzellen dem Schalldruck nicht standhalten können, müssen sie zuvor elektrisch gereizt werden. Bei äußerlich sichtbaren Geschwulsten geschieht das über angelegte Elektroden. Bei im Körper gelegenen Tumoren übertragen Nadeln den elektrischen Strom an die gewünschte Stelle.

Nach einer lokalen Betäubung dauert die Prozedur nur wenige Minuten, erklärt Gendel-Gründer Tony McHale. Um den Tumor gründlich zu entfernen wird dabei aber auch angrenzendes Gewebe in Mitleidenschaft gezogen. Das unterscheide die neue Methode jedoch nicht von herkömmlichen Behandlungen, etwa einer Operation oder einer Chemotherapie, bei der ebenfalls gesundes Gewebe angegriffen wird, sagt McHale.

Warum Körperzellen nach einer elektrischen Stimulation anfällig für Ultraschall sind, konnten Forscher der Firma bislang nicht endgültig klären. Offenbar werden die Membranen der Zellen durch den Stromfluss porös und bersten daher leicht.

Bei einer anderen von Gendel entwickelten Behandlungsmethode werden die Hüllen roter Blutkörperchen mit Hilfe eines elektrischen Stroms durchlöchert, um Medikamenten einen Weg ins Zellinnere zu bahnen. Wird dann an einer bestimmten Stelle des Körpers Ultraschall verabreicht, bersten dort die auf diese Weise behandelten Blutkörperchen und geben das Medikament zielgenau wieder ab.

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ddp/bdw – Andreas Wawrzinek
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