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Junkfood besonders schlecht für Männer?

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Credit: Thinkstock
Klar, ein fetter Hamburger mit einer Cola ist nicht gerade gesunde Kost – doch möglicherweise gilt das besonders für Männer, legt eine Studie an Mäusen nahe: Fette und zuckrige Ernährung führte bei männlichen Tieren zu Entzündungsprozessen im Gehirn und zu Herzproblemen. Mäuse-Damen litten den Untersuchungen zufolge hingegen nicht unter diesen Folgen der Junkfood-Ernährung. Die Forscher fanden Hinweise darauf, dass das weibliche Hormon Östrogen für diesen geschlechtsspezifischen Unterschied verantwortlich ist.

Die Forscher um Deborah Clegg von der University of Texas in Dallas gaben im Rahmen ihrer Studie männlichen und weiblichen Mäusen eine Ernährung, die der Zusammensetzung von Hamburgern in Kombination mit Süßgetränken entspricht. 16 Wochen nach dieser deftigen Kost untersuchten die Forscher dann den Gesundheitszustand ihrer kleinen Probanden. Die Analysen offenbarten einen deutlich geschlechtsspezifischen Unterschied: Obwohl Männchen und Weibchen gleichermaßen Junkfood gemampft hatten, zeichneten sich nur bei den Mäuse-Männern negative Effekte dieser Ernährungsweise ab.

Die Forscher stellten bei ihnen vor allem Anzeichen von Entzündungsprozessen im Gehirn fest. Es gibt bereits Hinweise darauf, dass dies mit dem Risiko für Übergewicht, Stoffwechselstörungen und den damit verbundenen Problematiken steht. Passend dazu stellten die Forscher bei den männlichen Versuchstieren auch eine Neigung zu Glukose-Intoleranz fest – ein Warnsignal für die Entwicklung von Diabetes. Darüber hinaus fanden sie Anzeichen für Schäden an den Herzen der Tiere. Die Mäuse-Damen blieben von all diesen Effekten hingegen verschont, berichten die Forscher. „Es schien, als ob sie etwas vor dem schädlichen Einfluss des Fetts und des Zuckers schützt“, sagt Clegg.

Östrogen schützt Junkfood-Fresserinnen

Durch weitere Untersuchungen fanden die Forscher Hinweise darauf, dass dieser Schutzeffekt im Zusammenhang mit dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen steht. Ob sich die Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, wollen sie nun in weiteren Untersuchungen klären. Es gibt aber bereits Hinweise darauf, dass auch bei uns der Effekt des Östrogens ähnliche Wirkung haben könnte wie bei den Nagern: Es ist bekannt, dass Frauen vor der Menopause – wenn ihr Östrogenspiegel hoch ist – weniger von den negativen Folgen von Übergewicht betroffen sind als Männer. Nach dem Klimakterium – wenn der Östrogenspiegel sinkt – schwindet dieser Vorteil hingegen.

Sollte sich der Zusammenhang auch beim Menschen bestätigen, würde dies den Forschern zufolge bedeuten: Ernährungsempfehlungen müssten sich intensiver danach richten, ob sie an Männer oder Frauen adressiert sind. Das entspricht auch einem momentanen Trend: Die Hinweise häufen sich, dass der Körper von Männern und Frauen unterschiedlicher auf Ernährung, Behandlungen oder Medikamente reagiert, als man bisher angenommen hat.

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Der kleine Unterschied – auch im Darm

Originalarbeit der Forscher:

© wissenschaft.de – Martin Vieweg
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