Kamm beschert Läusen lausige Zeiten - wissenschaft.de
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Kamm beschert Läusen lausige Zeiten

Bei der Behandlung von Kopfläusen ist die richtige Kämmtechnik mit einem Läusekamm deutlich effektiver als chemische Mittel. Das haben britische Mediziner von der Londoner Hochschule für Hygiene und Tropenmedizin herausgefunden. Sie verglichen in einer Studie die von einem britischen Verbraucherverband empfohlene Kämmmethode mit chemischen Läusemitteln aus der Apotheke. Dabei schnitt der Kamm beim Beseitigen der Läuse und ihrer Eier, der so genannten Nissen, rund viermal besser ab, stellten die Forscher fest.

Die Forscher untersuchten 126 Kinder im Alter von 2 bis 15 Jahren, die von Kopfläusen befallen waren. Rund die Hälfte der Probanden versuchte die Läuse durch Kämmen ihrer nassen Haare nach einer vorgegebenen Anweisung loszuwerden. Dabei wird das nasse Haar der Kinder gründlich mit einem so genannten Nissenkamm durchkämmt. Während der Behandlung können die Kinder ihre gewohnten Haarshampoos benutzen. Mit einem Abstand von drei Tagen wird diese Prozedur drei Mal wiederholt. 15 Tage nach Behandlungsbeginn fanden die Forscher bei 57 Prozent der Kinder keine Läuse oder Nissen mehr vor. In der Gruppe der Kinder, die mit chemischen Läusemitteln mit den Wirkstoffen Malathion oder Permethrin behandelt wurden, waren nur 13 Prozent läusefrei.

Da nach der Studie mehr als jede zweite Läusebehandlung fehlschlägt, fordern die Forscher intensivere Bemühungen um bessere Behandlungsstrategien. Insbesondere neue und unschädliche chemische Mittel seien von Nöten. Bislang ging mit den verdünnten Insektiziden immer auch ein Risiko für Nebenwirkungen einher. Das schlechte Abschneiden häufig verwendeter chemischer Läusemittel führen die Forscher auf die zunehmenden Resistenzen unter den Läusen gegen die verschiedenen Wirkstoffe zurück. Die Kämmmethode wird daher auch von der britischen Verbraucherorganisation „Community Hygiene Concern“ empfohlen.

Nigel Hill (Hochschule für Hygiene und Tropenmedizin, London) et al.: British Medical Journal (DOI: 10.1136/bmj.38537.468623.E0)

ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer
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