Kaugummikauen hilft dem Gedächtnis - wissenschaft.de
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Kaugummikauen hilft dem Gedächtnis

Das Kauen von Kaugummis kann die Leistungen des Kurz- und Langzeitgedächtnis‘ um bis zu 35 Prozent verbessern, berichteten englische Forscher auf dem Jahrestreffen der British Psychological Society. Die verbreitete Annahme, dass das Kaugummikauen die Konzentrationsfähigkeit steigere, sei nach den Ergebnissen ihrer Studie allerdings nicht haltbar, meinte Andrew Scholey von der Universität Northumbria in Newcastle.

An der Studie nahmen drei Gruppen mit je 25 Freiwilligen teil. Vor einem 25-minütigen Gedächtnis- und Konzentrationstest mussten die Probanden der ersten Gruppe drei Minuten lang Kaugummi kauen, die zweite Gruppe machte Kaubewegungen ohne Kaugummi, die dritte Fraktion diente als Kontrollgruppe. Für den Test mussten die Probanden sich an Wörter und Bilder erinnern oder sich Telefonnummern merken. Wie sich zeigte, konnten die Kaugummikauenden diese Aufgaben am besten bewältigen, gefolgt von den Testpersonen, die lediglich Kaubewegungen machten.

Warum das Gedächtnis durch das Kauen angeregt wird, wissen die Wissenschaftler bislang nicht. Sie schlagen zwei Theorien vor: Nach der einen Hypothese erhöht das Kauen den Herzschlag, wodurch mehr Sauerstoff und Nährstoffe ins Gehirn gelangen. Tatsächlich war der Herzschlag bei den Kaugummi-Probanden nach dem Test drei Schläge pro Minute schneller als bei den Nichtkauern. Gegenüber den Personen, die das imaginäre Kaugummi kauten, war der Herzschlag um 1,5 Schläge pro Minute erhöht.

Die andere These erklärt das Phänomen folgendermaßen: Durch das Kauen wird die Produktion von Insulin angeregt, welches für die Senkung des Blutzuckerspiegels nach dem Essen zuständig ist. Das Insulin wiederum stimuliere vermutlich den so genannten „Hippocampus“, einen Bereich des Gehirns, der bei der Gedächtnisbildung eine wichtige Rolle einnimmt. Bislang ist jedoch unklar, wieso sich ausgerechnet im Hippocampus mehr Insulinrezeptoren drängen als in anderen Teilen des Gehirns.

Irina Lorenz-Meyer
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