Kaulquappen wächst bei Gefahr durch Schlangen ein "Turbo-Schwanz" - wissenschaft.de
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Umwelt+Natur

Kaulquappen wächst bei Gefahr durch Schlangen ein "Turbo-Schwanz"

Kaulquappen auf Mallorca verändern ihre Körperform, wenn Gefahr durch Schlangen droht: Innerhalb weniger Wochen werden die ansonsten eher runden Jungtiere pfeilschlank. Zudem wächst ihnen ein kräftiger „Turbo-Schwanz“, berichten britische Forscher auf dem Jahrestreffen der Gesellschaft für Konservationsbiologie in Canterbury.

Mit dem Trick hat die Mallorca-Geburtshelferkröte die Vipernattern-Plage überlebt, die die Römer vor 2000 Jahren einschleppten. Damals brachten sie die Schlangen auf die Mittelmeerinsel, weil Frauen sich vom Bad mit den Nattern eine höhere Fruchtbarkeit erhofften ? mit fatalen Folgen für die Kröten, eine der Lieblingsspeisen der Schlangen: Lange galten die Tiere als ausgestorben, und erst 1980 entdeckten Forscher einige Populationen in entlegenen Bergregionen.

Mit deren Nachkommen stellte nun Robin Moore von der Universität Kent seine Versuche an. Er legte in Tümpel mit Kaulquappen Säcke voller Vipernattern. Innerhalb von nur vier Wochen trimmten die Jungtiere ihren Körper auf eine schnelle Flucht. Entfernte Moore die Schlangensäcke dagegen wieder, wuchs den Kaulquappen erneut ein runder Bauch.

Dass die Kaulquappen auf die plötzlich einsetzende Vipernattern-Plage schnell genug eine Strategie entwickeln konnten, überrascht den australischen Biologen Marc Hero nicht. Vermutlich hätte sich das Programm zur Körperanpassung schon früher ausgebildet. So gleiche die schlanke Variante mit dem starken Schwanz der Form von Kaulquappen, die in Flüssen leben. Sei bei Pfützen also etwa ein Abfluss entstanden, wechselten die Kaulquappen möglicherweise von der pummeligen auf die schlanke Form. Den gleichen Trick nutzten sie später dann auch, um Schlangen besser entfliehen zu können, glaubt der Forscher von der Griffith-Universität in Queensland.

ddp/bdw ? Marcel Falk
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