Kein Ei ohne Bakterium im Wasser - wissenschaft.de
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Kein Ei ohne Bakterium im Wasser

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Die Gelbfiebermücke Aedes aegypti überträgt gefährliche Krankheiten, wie das Dengue-Fieber und das Gelbfieber.
Gelbfiebermücken legen ihre Eier bevorzugt in Gewässer mit bestimmten von Bakterien produzierten Substanzen. Diese zeigen den Mücken an, in welchen Gewässern sich Bakterien befinden, die wichtig für die Entwicklung der Larven sind und wirken gleichzeitig als Stimulans für die Eiablage. Mit diesem Wissen könnten sich Fallen bauen lassen, um von Mücken übertragene Krankheiten wie Dengue- und Gelbfieber einzudämmen.

Bevorzugte Orte für die Eiablage von Gelbfiebermücken sind kleine Wasserpfützen, wie sie zum Beispiel in gelagerten Autoreifen entstehen. Die Forscher untersuchten, warum die Mücken ihre Eier nur dort ablegen, während sie andere Gewässer meiden. Dabei fanden sie heraus, dass ein von Bakterien produziertes Gemisch von Substanzen die Stechmücken anregt, ihre Eier dort abzulegen. Die Mückenweibchen nehmen diese Stoffe ? hauptsächlich Fettsäuren ? wahr und beurteilen das Gewässer als geeignet für die Entwicklung ihrer Larven. Zur Stimulation der Eiablage sind nur bestimmte Bakterien geeignet, die hauptsächlich Bambus- und Eichenblätter zersetzen.

Auch die Konzentration der Substanzen spielt eine wichtige Rolle: So meiden die Mücken erhöhte Konzentrationen völlig. Bei sehr geringen Konzentrationen legen die Blutsauger zwar auch Eier, jedoch nicht so viele wie bei mittleren Konzentrationen. Normalerweise legen sie nie alle ihre Eier an einem Ort ab, sondern verteilen sie über mehrere Standorte.

Die Erkenntnisse könnten helfen, Köder und Fallen zur Bekämpfung der Gelbfiebermücke Aedes aegypti zu entwickeln. Diese ist verantwortlich für die Verbreitung des in vielen Ländern verbreiteten Dengue-Fiebers und des Gelbfiebers. Beim Dengue-Fieber können innere Blutungen auftreten, so dass die Krankheit bei etwa zwei bis fünf Prozent der Erkrankten tödlich verläuft. Gelbfieber kann zu schweren Leberschäden führen und endet für zehn bis zwanzig Prozent der Betroffenen tödlich.

Charles Apperson (Staatsuniversität von North Carolina in Raleigh) et al.: PNAS, Bd. 105, S. 9262 ddp/wissenschaft.de ? Uwe Thomanek
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