Kein Krebsschutz durch Vollkornbrot und Hülsenfrüchte - wissenschaft.de
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Kein Krebsschutz durch Vollkornbrot und Hülsenfrüchte

Wer täglich viele Faserstoffe zu sich nimmt, verringert damit nicht sein Risiko für Dickdarmkrebs. Mit dieser überraschenden Meldung widersprechen amerikanische Wissenschaftler der bislang weit verbreiteten Annahme, wonach Ballaststoffe das Darmkrebsrisiko senken können. Die Wissenschaftler hatten 13 Studien aus Nordamerika und Europa ausgewertet, bei denen ein entsprechender Zusammenhang untersucht worden war. Ihr Fazit: Die Menge der Ballaststoffe hat keinen Einfluss auf das Krebsrisiko.

Als Ballaststoffe werden in erster Linie pflanzliche Fasern bezeichnet, die der menschliche Körper praktisch nicht verwerten kann. Sie werden also unverdaut wieder ausgeschieden, kurbeln dabei aber die Verdauung an und gelten somit als gesund. Die wichtigsten Faserlieferanten sind Vollkornprodukte, Obst und Gemüse, darunter vor allem Hülsenfrüchte. Menschen, die sich bevorzugt von solchen Produkten ernähren, könnten unter anderem durch die beschleunigte Verdauung ihr Risiko für Dickdarmkrebs verringern ? glaubten bislang viele Wissenschaftler und Ärzte. Sie beriefen sich dabei auf Studien, die auf einen Schutzeffekt der Ballaststoffe hindeuteten. Allerdings existieren auch andere Untersuchungen, in denen kein derartiger Zusammenhang zwischen Ballaststoffzufuhr und Darmkrebsrisiko festgestellt werden konnte.

Um die kontroverse Diskussion um die Rolle der Ballaststoffe als Krebsschutz möglichst zu beenden, analysierte das Forscherteam um Park die Daten der 13 internationalen Studien, an denen sich insgesamt 725.628 Freiwillige beteiligt hatten. Die durchschnittliche Tagesmenge an aufgenommenen Ballaststoffen betrug bei den Männern zwischen 14 und 28 Gramm und bei den Frauen zwischen 13 und 24 Gramm. Die Hauptquelle für die Faserstoffe war bei den europäischen Teilnehmern Getreide und bei den Nordamerikanern Obst und Gemüse. Innerhalb des Beobachtungszeitraumes waren von allen Beteiligten 8.081 an Dickdarmkrebs erkrankt.

Bei der Auswertung der Daten kamen die Wissenschaftler zu einem eindeutigen Ergebnis: Unter Berücksichtigung weiterer Risikofaktoren wie etwa dem Genuss von rotem Fleisch oder dem Alkoholkonsum konnten sie keinen Hinweis finden, wonach eine hohe Zufuhr von Ballaststoffen das Risiko für Dickdarmkrebs reduziere. Trotzdem sei es empfehlenswert, möglichst viele pflanzliche Faserstoffe mit der Nahrung aufzunehmen, sagen die Forscher. Das verringere nämlich die Wahrscheinlichkeit für andere Leiden wie etwa Herzkrankheiten und Diabetes.

Yikyung Park ( Harvard School of Public Health, Boston) et al.: JAMA, Bd. 294, Nr. 22, S. 2.849 ddp/wissenschaft.de ? Martina Feichter
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