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Umwelt+Natur

Keine Chance für Walfänger: Walpopulationen noch lange nicht erholt

Als der Mensch im großen Stil mit dem Walfang begann, lebten etwa zehnmal mehr Buckel- und Finnwale in den Weltmeeren als bisher angenommen: Die genetische Vielfalt der heute lebenden Wale ist so groß, dass sie nur durch sehr große Ursprungspopulationen erklärt werden kann. Das schreiben amerikanische Wissenschaftler im Fachmagazin Science (Bd. 301, S. 508).

Die Biologen Stephen R. Palumbi und Joe Roman von der Stanford-Universität in Kalifornien verglichen individuelle Unterschiede in bestimmten Teilen der Erbinformation einzelner Wale miteinander. Geringe Unterschiede hätten dabei auf eine relativ kleine Ursprungspopulation hingedeutet, in der durch Inzucht die genetische Vielfalt eingeschränkt ist. Die riesige genetische Variation, die sie tatsächlich fanden, verblüffte selbst die Wissenschaftler. „Die internationale Walfangkommission geht von etwa 20.000 Buckelwalen vor Beginn des Walfangs aus ? nach den neuen Berechnungen betrug die Zahl der Tiere eher 240.000″, schreiben die Biologen.

Die Statuten der internationalen Walfangkommission sehen vor, den Walfang freizugeben, wenn die Walpopulationen etwa die Hälfte ihrer historischen Größe erreicht haben. Dies wäre nach den bisher geschätzten Zahlen für einige Walarten innerhalb der nächsten zehn Jahre möglich gewesen. Mit den neuen Berechnungen ist eine Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs im Einklang mit den Vorgaben der internationalen Walfangkommission jedoch für die nächsten achtzig bis hundert Jahre praktisch ausgeschlossen.

ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel
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