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Kleine Neugeborene stehen auf Salziges

Je kleiner Babys bei der Geburt sind, desto eher finden sie Geschmack an Salzigem. Diesen Zusammenhang haben amerikanische Forscher entdeckt, als sie untersuchten, ob Kinder im Alter von 2 Monaten lieber reines Wasser oder Salzwasser trinken. Das Ergebnis: Je niedriger das Geburtsgewicht der Babys gewesen war, desto eher akzeptierten sie salzhaltiges Trinkwasser. Diese Geschmacksvorliebe bleibt mindestens in den ersten 4 Lebensjahren erhalten, wie weitere Untersuchungen zeigten. Möglicherweise ist daher auch noch im Erwachsenenalter die Vorliebe für Salziges auf ein geringes Geburtsgewicht zurückzuführen, vermuten die Forscher.

Bei ihrem ersten Experiment prüften die Wissenschaftler die Akzeptanz für Salziges bei achtzig gesunden Babys, deren Geburtsgewicht mindestens 2,5 Kilogramm betragen hatte. Sie boten den Kindern drei Trinkflaschen an, von denen eine reines Wasser enthielt und die beiden anderen Salzwasser in unterschiedlicher Konzentration. Als die Forscher kontrollierten, wieviel die Babys von den verschiedenen Flaschen getrunken hatten, zeigte sich ein eindeutiger Zusammenhang: Jene Säuglinge, die bei ihrer Geburt nur wenig auf die Waage gebracht hatten, tranken bevorzugt salzhaltiges Wasser. Die schwereren Babys dagegen zogen reines Wasser vor.

Ob und wie lange diese Vorliebe aufrechterhalten bleibt, untersuchten die Forscher in einer späteren Studie. An dieser beteiligten sich 38 der ursprünglich 80 Kinder, die bereits am ersten Experiment teilgenommen hatten. Die Wissenschaftler baten die Mütter der nun drei- bis vierjährigen Kinder, Fragebögen über die Nahrungsvorlieben ihres Nachwuchses auszufüllen. Zudem erstellten die Kinder selbst eine entsprechende Rangliste. Die Auswertung der Daten erbrachte dasselbe Ergebnis wie schon das erste Experiment ? den Zusammenhang zwischen einem niedrigen Geburtsgewicht und der Schwäche für Salziges.

Demnach prägt das Geburtsgewicht die individuelle Vorliebe für Salziges nicht nur im Säuglingsalter, sondern mindestens die ersten vier Lebensjahre lang. Gerade die frühe Kindheit ist aber ein kritischer Abschnitt für die Ausbildung von Geschmack und Nahrungsvorlieben jedes Einzelnen, erklärt Stein. Ob auch noch bei älteren Kindern und Erwachsenen die Liebe zu Salzhaltigem mit einem geringen Geburtsgewicht in Verbindung gebracht werden kann, müssen weitere Studien klären. Der Hang zu Süßigkeiten hängt nach derzeitigem Wissensstand übrigens nicht mit dem Geburtsgewicht zusammen, sagt die Forscherin.

Leslie Stein ( Monell Chemical Senses Center, Philadelphia) et al.: European Journal of Clinical Nutrition, Online-Vorabveröffentlichung; doi:10.1038/sj.ejcn.1602312 ddp/wissenschaft.de ? Martina Feichter
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