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Umwelt+Natur

Kleinere Seeelefantenbabys im warmen Wasser

Die Erwärmung der Ozeane geht auch an Seeelefanten nicht spurlos vorüber: Bei hohen Meerestemperaturen sind die Jungtiere deutlich kleiner, haben amerikanische Forscher beobachtet. Die bevorzugte Beute dieser größten Robbenart wandert dann ab in kühlere Gewässer und die Muttertiere müssen weite Wege auf sich nehmen, um Futter zu finden. Diese Anstrengungen wirken sich auch unmittelbar auf den Nachwuchs aus, so die Wissenschaftler.

Schon während der Schwangerschaft können die Seeelefantenkühe weniger an Gewicht zulegen. Später haben sie weniger Reserven, um ihren Nachwuchs zu stillen, so dass er mitunter sogar hungern muss. Von einigen Seelöwen und Robben war dieser Zusammenhang bereits bekannt. Da Seeelefanten jedoch in tieferem Wasser leben, das weniger von Temperaturschwankungen beeinflusst wird, gingen Biologen bisher davon aus, dass diese weniger betroffen seien.

Die Zoologen Burney Le Boeuf und David Crocker bestimmten das Gewicht von insgesamt 2.750 frisch entwöhnten kalifornischen Seeelefantenjungen über einen Zeitraum von 29 Jahren. 1976 ? als die Ozeane recht kühl waren ? wogen die Kleinen im Schnitt 146 Kilogramm. 1999 ? nach ein paar extrem warmen Jahren ? brachten sie nur noch durchschnittlich 115 Kilogramm auf die Waage. Danach kühlten die Meere wieder ab und auch das Gewicht der Jungtiere stieg langsam wieder auf knapp 130 Kilogramm an. Obwohl Seeelefanten in ausgedehnten Gebieten weitab der Küsten und in tiefen kälteren Gewässern nach Futter suchen, sind auch sie eindeutig von Temperaturschwankungen in den Ozeanen und deren Auswirkungen auf die Futterressourcen betroffen, schließen die Wissenschaftler.

Burney Le Boeuf und David Crocker ( Universität von Kalifornien, Santa Cruz): BMC Biology, DOI:10.1186/1741-7007-3-9

ddp/wissenschaft.de ? Cornelia Dick-Pfaff
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