Haben Kinder überhaupt Spaß am Klimaschutz? Klimaschutz für groß und klein - wissenschaft.de
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Haben Kinder überhaupt Spaß am Klimaschutz?

Klimaschutz für groß und klein

Die Klimaschutz-Initiative CO2NTRA setzt sich aktiv für den Klimaschutz ein und fördert jährlich einfallsreiche Projekte, die darauf abzielen, den CO2-Ausstoß zu senken und die Öffentlichkeit zum Nachahmen zu animieren. “Seit Bestehen der Klimaschutz-Initiative haben wir zahlreiche Projekte unterstützt, die sich dem Klimaschutz für Kinder widmen.

Doch wie bringt man den Kleinen bei, sparsam mit Wasser, Strom und Energie umzugehen? Eine Möglichkeit ist, die Kinder im Rahmen von Projektarbeiten auf die Energieverschwendung aufmerksam zu machen. Denn hier können die Kleinen selbst tätig werden und durch eigene Erfahrungen und Entdeckungen lernen. Mit Hilfe von Messgeräten lässt sich zum Beispiel ganz einfach herausfinden, ob und wo Energie oder Wasser verschwendet wird. Im Rahmen des von CO2NTRA geförderten Projekts “Taschengeld-Contracting” des Freiburger Planetenkinder e. V. lernen die Kinder auf spielerische Weise, wie sie Energie sparen können. Dabei steht gerade das eigene Experimentieren im Vordergrund: Mit einem Strommessgerät können sie selbst den Stromverbrauch von Geräten testen und vergleichen. “Wir versuchen, den Kindern in unseren Seminaren mit spannenden Ideen und Spielen technische Inhalte zu vermitteln, um sie für das Energiesparen zu begeistern”, erklärt Eva Georg, Projektleiterin der Planetenkinder e. V.. “Bei dem ersten Einführungsseminar gab es einige Überraschungen. Denn nicht jedes Kind wusste, wie viel sparsamer eine Halogenlampe im Vergleich zu einer normalen Glühbirne ist, und dass sich beim Wasserkochen mit einem Wasserkocher viel mehr Energie sparen lässt als beim Erhitzen in einem Topf. Mit Strommessgeräten und einem Energiespar-Quiz bringen wir den kleinen Teilnehmern die Welt der Haushaltselektronik näher”, so Georg.

Auch im Rahmen der Kampagne “Klimadetektive” des Umweltbüro Nord e. V. decken Kinder und Jugendliche selbstständig Energieeinsparmöglichkeiten in ihrem Schulgebäude auf. Anhand einer Anleitung wird die gesamte Schule einem “Klima-Check” unterzogen. Hierbei werden der Papierverbrauch, die Abfallentsorgung und auch der technisch anspruchsvolle Bereich der schulischen Energiewirtschaft untersucht. “Die Kinder lernen nicht nur theoretisch, sondern aktiv, wie Energie gespart werden kann. Dabei stellen sie mit Freude fest, wie sich der Verbrauch von Strom allein durch kleine Änderungen im Schulhaus reduzieren lässt”, erklärt Tilman Langner, Vorsitzender des Umweltbüro Nord e. V.

Schon kleine Verhaltensänderungen tragen dazu bei, die Umwelt zu schützen. Dafür reichen Vorsätze wie “Licht aus in der Pause”, “Fahr’ Fahrrad statt Auto”, oder “Fenster zu beim Heizen”, die sich schnell in den Köpfen der Kinder festsetzen, um danach konsequent umgesetzt zu werden. So sind Vorwürfe, die sich Erwachsene von umweltbewussten Kindern anhören müssen, keine Seltenheit mehr: “Mama, das rote Lämpchen muss ganz aus sein!”, erwischt eine Tochter ihre Mutter, als diese das Fernsehgerät auf Standby lässt. Die Kinder sind bereit, sich für etwas einzusetzen und achten daher genau darauf, dass die erlernten Regeln eingehalten werden. Die frühe Umwelterziehung trägt somit Früchte. Dass die Kleinen das Gelernte in die Familie tragen, zeigt das Projekt der Planetenkinder e. V.. Hier schließen die frisch gebackenen Energiespar-Detektive einen Vertrag mit den Eltern und spüren Energiefresser im Haushalt auf. Werden diese identifiziert, erhalten die Kinder eine Taschengelderhöhung, die den eingesparten Energiekosten entspricht. “Ich finde es toll, dass wir fürs Energiesparen mehr Taschengeld bekommen”, berichtet ein Viertklässler einer Grundschule in Freiburg begeistert. “Zu Hause schaue ich jetzt immer, dass meine Eltern alle Lichter ausmachen, wenn sie den Raum verlassen”. Und durch die Taschengelderhöhungen werden auch die Eltern auf Energieeinsparpotenziale aufmerksam gemacht.

Die Projekte zeigen, dass die Kleinen begeistert bei der Sache sind und sowohl Experimenten als auch technischen Versuchen aufgeschlossen gegenüber stehen. “Es macht Spaß, die technischen Geräte der Schule zu untersuchen. Ich hätte nicht gedacht, dass ein Computer so viel Strom verbraucht!”, staunt ein Klimadetektiv einer 10. Klasse. Durch das eigene Erproben ist der Lerneffekt um ein Vielfaches größer gegenüber dem rein theoretischen Lernen. Und die Kinder werden mit viel Spaß und Spannung für den Klimaschutz sensibilisiert. Denn: Früh übt sich, wer ein großer Klimaschützer werden will.

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Quelle und Foto: Klimaschutz-Initiative CO2NTRA
© natur.de – natur Redaktion
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abteu|fen  〈V. t.; hat; Bgb.〉 einen Schacht ~ senkrecht in die Erde graben [zu mhd. teufe ... mehr

Jod|ver|gif|tung  〈f. 20; Med.〉 1 〈i. w. S.〉 Überempfindlichkeitserscheinungen gegen Jod, Schleimhautreizung 2 〈i. e. S.〉 Magen–Darm–Störungen, Hautausschläge u. a. nach längerem, übermäßigem Jodgebrauch; ... mehr

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