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Umwelt+Natur

Kohlendioxid als Wachstumsfaktor

Der steigende Kohlendioxid-Gehalt in der Luft fördert das Wachstum von Nadelbäumen. Das haben amerikanische Forscher bei der Beobachtung von Weihrauchkiefern entdeckt, die unter unterschiedlichen Bedingungen aufgezogen wurden. Bei einem Kohlendioxid-Gehalt wie er im Jahr 2050 erwartet wird, wuchsen die Kiefern dabei nicht nur besser und schneller, sie tolerierten auch trockene Perioden besser als ihre Artgenossen, die unter geringeren Kohlendioxidkonzentrationen gehalten wurden.

Durch den Verbrauch fossiler Brennstoffe und andere Einflüsse des Menschen steigt der Kohlendioxid-Gehalt der Luft immer weiter an. Die Auswirkungen dieser Veränderungen auf das Wachstum von Kiefernbeständen untersuchte Heather McCarthy in einem zehn Jahre dauernden Experiment. Dazu wurde ein Teil der Bäume mit einem Ring aus zwölf Meter hohen Türmen umgeben, die Kohlendioxid freisetzen konnten. Das Gas wurde so dosiert, dass seine Konzentration der erwarteten Menge im Jahr 2050 entsprach. Anschließend sammelten McCarthy und ihre Kollegen die Nadeln der Kiefern in Körben. Die Nadelmenge diente den Forschern dabei als Maß für das Wachstum der Bäume.

Die mit Kohlendioxid begasten Bestände wuchsen selbst bei Trockenheit stärker als ihre Artgenossen ohne zusätzliches Kohlendioxid, beobachteten die Wissenschaftler. Die begasten Bäume produzierten dabei im Durchschnitt 17 Prozent mehr Nadeln. Unverzichtbar für die Nadelproduktion war eine ausreichende Versorgung mit Stickstoff aus dem Boden: Nur auf gedüngtem Boden wuchsen die mit Kohlendioxid behandelten Kiefern besser als die Kontrollgruppe. Dabei durfte jedoch eine bestimmte Stickstoffkonzentration nicht überschritten werden. Wurde nämlich mit zu viel Stickstoff gedüngt, wuchsen die Bäume zu stark und konnten bei Trockenheit die Wasserversorgung nicht mehr in allen Pflanzenteilen aufrechterhalten. Die Folge: Die Bäume verloren ihre Nadeln.

Für das Ergebnis der Studie werteten die Forscher nur die Daten der letzten sechs Jahre aus, da sich erst dann die Kronen der Bäume geschlossen hatten. Vor dem Kronenschluss wachsen die Bäume besonders stark, so McCarthy. In dieser Zeit konnten die Wissenschaftler nicht zwischen den wachstumsfördernden Effekten des Kohlendioxids und einem natürlichen Wachstumsschub unterscheiden. Weitere Experimente an Laubbäumen bestätigten die Ergebnisse von McCarthy und ihren Kollegen jedoch nicht: Bei Laubbäumen scheint demnach ein erhöhter Kohlendioxidgehalt in der Luft kein verstärktes Wachstum auszulösen.

Heather McCarthy (Duke-Universität, Durham) et al.: Tagungsbeitrag auf dem Jahrestreffen der Amerikanischen Gesellschaft für Ökologie, Montreal

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ddp/wissenschaft.de ? Eva Maria Marquart
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