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Kopfsache Übergewicht

Übergewicht kann zahlreiche genetisch bedingte Ursachen haben. Darauf deuten die Ergebnisse eines internationalen Forscherteams hin, das bei Gentests an mehr als 90.000 Menschen auf einen Zusammenhang zwischen bestimmten Genvarianten und der Tendenz zu Übergewicht gestoßen ist.

Durch ihre Analyse konnten die Wissenschaftler sechs Genvarianten lokalisieren, die bei übergewichtigen Menschen besonders häufig vorkommen. Fünf dieser mutierten Gene betreffen den Hypothalamus, eines der wichtigsten Steuerzentren des Gehirns. Diese Genvariationen prägen das Genom eines Menschen und führen zu einem Verlust von etwa 45.000 Basenpaaren. Die Forscher nehmen an, dass diese Veränderung des Erbguts zumindest teilweise für die Fettleibigkeit verantwortlich sein könnte.

„Es ist erstaunlich, dass die genetischen Variationen das Gehirn betreffen und nicht das Fettgewebe oder die Verdauungsprozesse selbst“, kommentiert Ines Barroso vom Wellcome-Trust-Sanger-Institut die Ergebnisse. Demnach könnten manche Menschen einfach dazu programmiert sein, zu viel zu essen. Untersuchungen von Zwillingen zeigten, dass zwischen 40 und 70 Prozent der Gründe für Übergewicht den Genen zuzuschreiben seien.

In der Studie erfassten die Forscher neben den Genen der Probanden auch deren Body-Mass-Index (BMI). Diese Maßzahl gibt das das Verhältnis des Gewichts in Kilogramm zum Quadrat der Körpergröße in Metern an. Durch dieses System lässt sich das Gewicht abhängig von der Körpergröße in Kategorien einteilen. So gelten Menschen mit einem BMI zwischen 18,5 und 24,99 als normalgewichtig und ab einem BMI von 30 als adipös, also stark übergewichtig. Ein zu hohes Gewicht bedeutet ein beträchtliches Gesundheitsrisiko. In den vergangenen zwei Jahrzehnten nahm der Anteil übergewichtiger Personen in der Bevölkerung stets zu, die Weltgesundheitsbehörde WHO spricht bereits von einer Epidemie. Der höhere Anteil von übergewichtigen Menschen belastet die Gesundheitssysteme zunehmend.

Joel Hirschhorn (Broad Institute of Harvard and MIT, Boston, MA, USA) et al.: Nature Genetics, DOI: 10.1038/ng.287 ddp/wissenschaft.de ? Stefan Pröll
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