Kuh- statt Schafhirne: Britischer BSE-Skandal immer bizarrer - wissenschaft.de
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Kuh- statt Schafhirne: Britischer BSE-Skandal immer bizarrer

Der Skandal um britische Forscher, die vier Jahre lang versehentlich Kuh- statt Schafhirne auf BSE untersucht hatten, ist noch bizarrer geworden. Professor Chris Bostock, Direktor des Instituts für Tiergesundheit in Edinburgh, sagte am Montag im britischen Rundfunk BBC, er habe im Laufe seiner Untersuchung an den vermeintlichen Schafhirnen eine „Verunreinigung“ mit Gewebematerial von Rindern vermutet. Das staatliche Veterinärlabor habe ihm daraufhin jedoch ausdrücklich bestätigt, dass er es mit Schafhirnen zu tun habe.

Die britische Regierung hatte am Freitagabend erstmals eingeräumt, dass zur Klärung der Frage, ob BSE auch auf Schafe übertragen werden könne, tatsächlich Rinderhirne untersucht worden seien. Der Irrtum bei der vier Jahre dauernden und 350.000 Euro (685.000 Mark) teuren Untersuchung wurde erst zwei Tage vor deren Veröffentlichung entdeckt.

Bostock sagte am Montag, er habe im Dezember vergangenen Jahres den Eindruck gehabt, dass „einige der Schafhirne leicht verunreinigt sein könnten“. Deshalb habe er das staatliche Veterinärlabor gebeten, dieser Frage nachzugehen. Das Labor habe ihm mitgeteilt, dass es keine solche Verunreinigung gebe: „Uns wurde gesagt, dass man keinerlei Rindermaterial in den Proben habe finden können. Wir fanden das sehr beruhigend.“ Als ihm jetzt kurz vor der Veröffentlichung der Studie klar geworden sei, dass all seine Testpräparate tatsächlich aus Rinderhirn bestanden, habe er von dem Veterinärlabor eine Erklärung verlangt. Am Freitag habe er per E-Mail die Auskunft bekommen, man habe offensichtlich die falschen Proben untersucht, als man seinem Verdacht nachgegangen sei.

Der oberste britische Veterinärbeamte Jim Scudamore kündigte am Montag eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls an: „Wir müssen den Weg des Probenmaterials genau nachvollziehen, damit wir wissen, wo etwas schief gegangen ist.“ Offenbar habe es „Fehler beim Registrieren der Gewebeproben“ gegeben.

dpa
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