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Lang betrachtete Bilder bleiben besser im Gedächtnis

Mehrmaliges Anschauen macht eine Erinnerung dauerhaft, berichtet David Melcher von der Rutgers University in Piscataway, New Jersey, diese Woche in der Fachzeitschrift Nature. Anscheinend hilft ein „mittelfristiges“ Gedächtnis, während visueller Aufgaben den Überblick über Objekte zu behalten.

In seinen Versuchen zeigte Melcher seinen Versuchspersonen computergenerierte, virtuelle Räume, in denen 12 Gegenstände zu sehen waren. Die unterschiedlichen Szenen wurden für eine ansteigende Zeitspanne von eins, zwei, drei und vier Sekunden dargestellt. Die Szenen wurden entweder kontinuierlich oder als kurze Sequenzen von einer Viertelsekunde bis zu einer oder zwei Sekunden, die von anderen virtuellen Szenen unterbrochen wurden, gezeigt.

Die sechs Teilnehmer mit normalem oder korrigiertem Sehvermögen wussten nicht, wann oder welche Szene sie wiedergeben sollten. Melcher fand, dass sich die Erinnerung an die unterschiedlichen Objekte verbessert – abhängig von der gesamten Zeitspanne, mit der sie betrachtet wurden. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Betrachtung durch andere Szenen gestört wurde. Zudem erinnerten sich die Testpersonen an neue Gegenstände in schon bekannten Räumen weniger gut als an neue Gegenstände in neuen virtuellen Räumen. Anscheinend bildeten die Versuchspersonen eher Vorstellungen der ganzen Szene, als sich an eine einfache Liste der vorhandenen Gegenstände zu erinnern.

Weiter stellte Melcher fest, dass die Erinnerungen mit der Zeit wieder verloren gingen. Er nennt das Phänomen „mittelfristiges“ oder „verfügbares“ Gedächtnis. Es unterliegt wahrscheinlich der erfolgreichen Ausführung von realen visuellen und kognitiven Aufgaben, die notwendig sind, um den Überblick über Objekte in der unmittelbaren Umgebung zu bewahren und um räumliche Aufgaben auszuführen.

Nicole Waschke
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