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Langflieger haben kein erhöhtes Thromboserisiko

Niederländische Mediziner bezweifeln die verbreitete Ansicht, lange Reisezeiten, vor allem in engen Flugzeugen, erhöhten das Risiko für Thrombosen. Es gebe keine statistische Hinweise für „Economy-Class-Thrombosen“, berichtet Roderik Kraaijenhagen von der Abteilung für Gefäßmedizin der Universität Amsterdam in der britischen Zeitschrift „The Lancet“ (Bd. 356, S. 1492). Erst zu Wochenbeginn hatte der Fall einer 28-jährigen Frau Aufsehen erregt, die nach einem 20 Stunden dauernden Fluges von Sydney nach London an Thrombose gestorben war.

Kraaijenhagen und seine Mitarbeiter befragten zwischen 1997 und 1999 insgesamt 788 ältere Patienten nach ihrem Reiseverhalten in der letzten Zeit. Alle waren unter Thromboseverdacht in die Klinik gekommen, bei 186 bestätigte sich dieser Verdacht. Dabei zeigten sich keinerlei signifikante Zusammenhänge zwischen dem Reisebedingungen und Thrombosen, weder was die Art des Reisens (per Flugzeug, Zug, Boot, Bus oder PKW), noch was ihre Dauer betraf. Allerdings untersuchten die Forscher nicht ausdrücklich Menschen nach extrem langen Reisen. Sie hatten die Befragten viel mehr in zwei Gruppen eingeteilt: von drei bis fünf Stunden und mehr als fünf Stunden Reisezeit.

Auch der Ausschluss anderer Risikofaktoren wie Alter und Vorerkrankungen ergab den Forschern zufolge keine Hinweise auf einen Zusammenhang. „Wenn es auch eine Evidenz und theoretische Erklärung für einen solchen Zusammenhang gab, so fehlten bisher doch gute, quantitative Studien über das wirkliche Risiko“, schreiben die Autoren. „Wir konnten zeigen, dass es ein solches erhöhtes Risiko für Venenthrombose für Reisende nicht gibt.“

dpa

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