Stechmücke und Co werden von LED-Lampen kaum angelockt LED-Lampen sind doppelt nützlich - wissenschaft.de
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Stechmücke und Co werden von LED-Lampen kaum angelockt

LED-Lampen sind doppelt nützlich

Lampen
LEDs sind nicht nur am energiesparendsten, sie ziehen auch am wenigsten Mücken an (Foto: stockphoto-graf/Fotolia)
Wenn es um die Beleuchtung geht, gelten LED-Lampen als die sparsamste Alternative. Sie verbrauchen deutlich weniger Strom als andere Leuchtmittel. Jetzt zeigt sich: Die LEDs haben einen weiteren Vorteil, denn ihr kaltes Licht zieht weniger Stechmücken und andere Insekten an.

Die alte Glühlampe ist längst passé. Weil sie bis zu 90 Prozent der Energie als Wärme, statt als Licht abgibt, gilt sie als energetisch extrem ineffektiv und ist in vielen Ländern bereits weitgehend vom Markt. Stark im Kommen sind dagegen LEDs. Sie wandeln den Strom fast vollständig in sichtbares Licht um und sind dadurch bedeutend sparsamer. Bis 2020, so schätzen Forscher, werden LEDs 70 Prozent des Markts für Leuchtmittel ausmachen.

Welche Lampen ziehen mehr Insekten an?

Was aber bedeutet dies für unsere natürliche Umwelt, wenn künftig Straßenlampen, Deckenleuchten und Terrassenlicht nur noch aus LEDS bestehen? „Bisher ist nur wenig darüber bekannt, wie sich das weiße Licht dieser Breitspektrum-Lampen auf Tiere, die menschliche Gesundheit und die Übertragung von Krankheiten durch blutsaugende Insekten auswirken“, konstatieren Andrew Wakefield von der University of Bristol und seine Kollegen.

Die Forscher haben erstmals untersucht, ob LED-Licht ähnlich anziehend auf Insekten wirkt wie das von normalen Glühlampen. Für ihr Experiment stellten sie Insektenfallen an 18 Standorten im Südwesten Englands auf. Diese Orte wurden nachts jeweils von einer Reihe LEDS, von Glühlampen oder von Energiesparlampen vergleichbarer Helligkeit beleuchtet. Insgesamt fingen und bestimmten die Forscher gut 4.000 Insekten.

Drastische Unterschiede

Die Auswertung ergab: Im Umfeld der LED-Lampen waren viermal weniger Insekten in die Fallen gegangen als bei den Glühlampen. Bei den Energiesparlampen waren es immerhin nur halb so viele wie bei den Glühbirnen. Offenbar wirkt das Licht der neuen Leuchtmittel deutlich weniger anziehend auf abends und nachts fliegende Insekten, so die Forscher.

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Noch drastischer aber waren die Unterschiede, als die Forscher nur Stechmücken und andere Blutsauger berücksichtigten: 80 Prozent von ihnen wurden von den Glühlampen angelockt, nur 15 Prozent von den Energiesparlampen und sogar nur zwei bis drei Prozent von den LEDs. „Wir waren selbst überrascht, dass so viel mehr beißende und stechende Insekten von den Glühlampen an gezogen wurden“, sagt Wakefield.

UV-Lichtanteil und vor allem Wärme entscheidend

Aber warum? Das Lichtspektrum scheint für den Lockeffekt auf die Insekten nur eine kleine Rolle zu spielen, wie die Forscher erklären. Denn es gab beispielsweise keine Unterschiede zwischen LEDs mit warmweißem und kaltweißem Licht. Die Energiesparlampen allerdings geben etwas mehr UV-Licht ab als die anderen Leuchtmittel – und dieses ist dafür bekannt, auf bestimmte Insektenarten anziehend zu wirken.

Die großen Unterschiede im Lockeffekt zwischen Glühlampe und LED lassen sich jedoch nicht durch die Lichtqualität erklären. Hier vermuten die Forscher einen anderen Effekt am Werk: „Wir wissen, dass einige Insekten thermische Reize nutzen, um ihre warmblütigen Wirte zu finden“, erklärt Wakefield. „Möglicherweise werden sie deshalb von der größeren Wärme angezogen, die die Glühbirne abgibt.“

Klar scheint jedenfalls, dass es für uns durchaus einen doppelten Nutzen hat, wenn wir in Wohnräumen oder auf der Terrasse LEDs statt anderer Leuchtmittel verwenden: Wir sparen Energie und bleiben noch dazu von aufdringlichen Blutsaugern verschont.

Quelle: University of Bristol, Fachartikel: Ecology and Evolution, doi: 10.1002/ece3.2527

© natur.de – Nadja Podbregar
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