Lieblingsessen: Malariamücke - wissenschaft.de
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Lieblingsessen: Malariamücke

Eine Spinne könnte eine mögliche Verbündete im Kampf gegen Malaria werden, haben Forscher aus Neuseeland und Kenia entdeckt: Die ostafrikanische Springspinne Evarcha culicivora frisst nicht nur am liebsten blutgefüllte Moskitos, sie bevorzugt dabei auch noch die Malaria übertragenden Arten. Die Spinne erkennt die zu der Gattung Anopheles gehörenden Mücken an ihrer charakteristischen Ruhehaltung, konnten die Wissenschaftler nachweisen.

Die Forscher hatten schon in einer früheren Studie entdeckt, dass sich die nur ungefähr sechs Millimeter große Evarcha culicivora indirekt von Wirbeltierblut ernährt, indem sie Moskitos nach deren Blutmahlzeit fängt. Um zu untersuchen, ob die Springspinnen dabei bestimmte Präferenzen haben, boten die Wissenschaftler ihnen nun Moskitos der Gattung Anopheles und Culex sowie eine nicht stechende Mückenart als Köder an. Die auch als Malariamücken bekannten Anopheles-Mücken sind die Überträger von Malaria, die pro Jahr mehr als eine Millionen Menschenleben fordert.

Waren die Spinnen satt, beobachteten die Wissenschaftler bei den kleinen Raubtieren eine deutliche Vorliebe für die Malariamücken. Mussten die Spinnen vor dem Versuch sieben Tage lang hungern, wählten allerdings nur die kleineren jungen Spinnen bevorzugt die Anopheles-Mücke, während die ausgewachsenen Spinnen keine Präferenz für eine bestimmte Mückensorte zeigten.

Durch weitere Experimente fanden die Forscher außerdem heraus, wie die Spinne ihre bevorzugten Opfer identifiziert. Dazu entwarfen sie einen dreidimensionalen Film der Moskitos und konnten so alle störenden Faktoren ausblenden. Auf diese Weise entdeckten sie, dass die Spinnen die charakteristische Ruhestellung der Anopheles-Mücke erkennen: Die Tiere favorisierten die virtuellen Moskitos, deren Körper in einem Winkel von 45 Grad zum Untergrund standen und ließen die Mücken, deren Körper parallel zum Boden ausgerichtet waren, links liegen.

Raubtiere können überraschend ausgeprägte Nahrungsvorlieben entwickeln, resümieren die Forscher. Um zu verstehen, warum die kleinen Spinnen besonders gerne die Malariamücken fressen und um die Frage zu beantworten, ob die Tiere in der Malariakontrolle eingesetzt werden können, seien weitere Untersuchungen nötig.

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Ximena Nelson (Universität Canterbury, Christchurch) und Robert Jackson: PLoS One, Bd. 1, S. e132, DOI: 10.1371/journal.phone.0000132 ddp/wissenschaft.de ? Annette Schneider
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