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Lila Kartoffel ist immun gegen Kartoffelmehltau

Eine violette Kartoffel aus Osteuropa könnte möglicherweise eines der größten wirtschaftlichen Probleme des ökologischen Landbaus lösen. Da die Sorte gegen den Hauptschädling der Kartoffel, den Kartoffelmehltau, fast völlig resistent ist, kann sie ohne Fungizidbehandlung angebaut werden. Die Entdecker der neuen Biokartoffel hoffen nun, dass die lila Kartoffel auch den Geschmackstest besteht und künftig Biobauern vor hohen Ertragsverlusten durch die Kraut- und Knollenfäule bewahren kann.

Wie die Wissenschaftler der Universität Newcastle upon Tyne überrascht feststellten, zeigte sich die Sorte aus Ungarn gegenüber dem Schädling völlig unbeeindruckt. Während die meisten Kartoffeln auf dem Versuchsfeld nach der Infektion mit sieben tödlichen Linien des Mehltaupilzes kläglich die Blätter hängen ließen, blühte die lila Kartoffel weiterhin kräftig auf. Einzig ein paar winzige Läsionen auf den Blättern wiesen auf eine Mehltauinfektion hin.

Die Kraut- und Knollenfäule stellten eines der größten Probleme für den ökologischen Landbau da. Jedes Jahr zerstört sie Kartoffelernten im Wert von Millionen, so dass der Vorrat häufig die Nachfrage nicht decken kann. Viele Bauern verzichten wegen der großen Gefahr durch den Mehltau ganz auf den ökologischen Anbau von Kartoffeln.

Für Landwirte und die europäische Bevölkerung ist der Mehltau bereits seit hunderten von Jahren eine Bedrohung. Um 1840 zerstörten Epidemien die Kartoffelerträge in ganz Europa. Sie lösten vor allem in Irland verheerende Hungerkatastrophen aus. Heute wird der Schädling vor allem mit der Anwendung kupferhaltiger Fungizide bekämpft. Kupfer ist jedoch gesundheitsschädlich und beim Anbau von Bioprodukten nicht zugelassen.

Der Erreger des Kartoffelmehltaus ist ein Pilz namens Phytophthora infestans. Die Sporen des Pilzes, die unter feuchten Bedingungen aus den Blattöffnungen infizierter Pflanzen hervortreten, werden durch den Wind verbreitet. Sobald sie eine andere Kartoffel erreichen, treten sie wiederum über die Blattöffnungen in die Pflanze ein und keimen dort aus.

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Irina Lorenz-Meyer
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