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Linkshänder sterben nicht früher als Rechtshänder. Studie widerspricht alter These

Unter den über 60-Jährigen gibt es nur wenige Linkshänder. Das bedeutet aber nicht, dass Linkshänder früher sterben, meint Clare Porac von der amerikanischen School of Humanities and Social Sciences. Verschiedene Faktoren führen nach seinen Worten zu diesem Phänomen: Der Druck in der Kindheit, die Händigkeit zu wechseln, der höhere Frauenanteil in der älteren Bevölkerungsschicht, die Anpassung an eine Rechtshänderwelt und ein durch das Altern selbst bedingter Trend und Linkshändern, auch die rechte Hand mehr zu benutzen.

Die Forscher beobachteten bei 1277 Menschen im Alter von 65 bis 100 Jahren, wie die Probanden schrieben, Dinge aufhoben, warfen, ein Streichholz anzündeten und mit der Gabel aßen. Die Wissenschaftler wollten gelernte und ungelernte Handlungen (schreiben und Dinge aufheben) erfassen und solche, die mit und ohne kulturellen Druck entstehen: schreiben und werfen. Sie stuften 6,9 Prozent der Teilnehmer als Linkshänder ein.

Dann teilten die Forscher die Menschen in vier Altersgruppen. Porac konnte „nur in bezug auf das Schreiben eine altersbezogene Verminderung der Linkshändigkeit feststellen.“ In der jüngsten Gruppe (65 bis 69 Jahre) waren 6,8 Prozent Linkshänder, unter den Ältesten (80 bis 100 Jahre) waren es 3 Prozent.

10,3 Prozent der Teilnehmer berichten, dass sie in ihrer Kindheit von der linken zur rechten Hand wechseln sollten. Das ist nach Aussagen der Forscher ein Grund für die im Alter verstärkte Rechtshändigkeit, doch nicht der einzige. Auch im Erwachsenenalter passen sich einige an die Rechtshänderwelt an. Zudem werden Frauen häufiger als Männer zur Rechtshändigkeit gedrängt und „wechseln eher erfolgreich zur rechten Hand.“ So führt die höhere Lebenserwartung der Frauen zu mehr Rechtshändern im Alter.

Auch der biologische Prozeß des Alterns führt zur Rechtshändigkeit, meint Porac. Dies ist ebenso in der Rechtsfüßigkeit zu beobachten. Auf keinen Fall aber ist der Wechsel zur Rechtshändigkeit durch eine höhere Unfallrate oder durch frühzeitigen Tod der Linkshänder bedingt.

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Bettina Bandel

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