List hilft bei der Rauchentwöhnung - wissenschaft.de
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List hilft bei der Rauchentwöhnung

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Schon der bewusste Anblick eines gefüllten Aschenbechers könnte Ex-Rauchern helfen, wenn sie die Sucht in die Knie zu zwingen droht.
Ein Foto von einer brennenden Zigarette löst in Rauchern einen geradezu unwiderstehlichen Drang aus, sich ebenfalls einen Glimmstängel anzustecken. Umgekehrt funktioniert das aber offensichtlich auch, wie Forscher der Julius-Maximilians-Universität Würzburg nun herausgefunden haben: Das Bild einer ausgedrückten Zigarette hemmt das Suchtzentrum im Gehirn und damit die Lust auf die Tabakwaren ? vermutlich, weil das Bild das Ende des Rauchrituals symbolisiert. Die Forscher hoffen, Rauchern mit ihren Erkenntnissen bei der Entwöhnung von dem Suchtmittel helfen zu können, berichtet die Universität.

Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass Bilder frisch entzündeter Zigaretten ? ein Symbol für den Beginn des Rauchrituals ? die Lust auf einen Glimmstängel bei Rauchern förderten. Die Wissenschaftler um Paul Pauli wollten nun überprüfen, ob auch das Gegenteil zutrifft. Dazu zeigten sie 20 Rauchern Fotos gerade erst entzündeter Zigaretten und solche von Zigarettenstummeln im Aschenbecher. Währenddessen zeichneten sie mit Hilfe eines Magnetresonanztomographen die Hirnaktivität der Probanden auf.

Bei der Auswertung der Daten bestätigte sich die These der Forscher: Die Fotos brennender Zigaretten aktivierten die Suchtzentren im Gehirn, während Bilder ausgedrückter Zigaretten dämpfend wirkten. „Diese Reize, die das Ende des Rauchens markieren, sind also auf der einen Seite sehr klar mit dem Rauchen assoziiert, scheinen aber auf der anderen Seite das Suchtnetzwerk im Gehirn zu hemmen“, sagt Pauli. In künftigen Studien wollen die Wissenschaftler untersuchen, ob Raucher in der Entwöhnungsphase kritische Situationen mit Hilfe von Fotos besser überstehen können.

Pressemitteilung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg Paul Pauli (Universität Würzburg) et al.: Neuropsychopharmacology, Bd. 35, Nr. 5, S. 1209, doi:10.1038/npp.2009.227 ddp/wissenschaft.de ? Mascha Schacht
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