Lymphome hinterlassen Spuren im Blut - wissenschaft.de
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Lymphome hinterlassen Spuren im Blut

Krebserkrankungen des Lymphsystems könnten in Zukunft mit einem einfachen Bluttest diagnostiziert werden: Die Menge zweier bestimmter Proteine im Blut zeigt sowohl an, welche Art von Lymphom bei einem Patienten vorliegt, als auch, in welchem Stadium sich der Krebs befindet. Der Test ist damit deutlich schneller und zuverlässiger als die bisherigen Diagnosemethoden, für die eine Gewebeprobe aus einem Lymphknoten untersucht werden muss. Das berichten Forscher um Cristiana Bellan von der Universität Siena in der Fachzeitschrift Journal of Pathology (Bd. 203, S. 946).

Unter dem Begriff Lymphom wird eine Vielzahl bösartiger Erkrankungen des Lymphsystems zusammengefasst, bei denen Zellen des Lymphsystems entarten. Bei einigen dieser Krebsarten bilden sich Tumoren in den Lymphknoten, während bei anderen die so genannten B- oder T-Lymphozyten betroffen sind, die eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr spielen und hauptsächlich im Blutkreislauf zu finden sind. Ein Teil dieser Erkrankungen ist sehr leicht zu diagnostizieren. Andere Ausprägungen dagegen können nur mit einer Kombination mehrerer Methoden wie Gewebeproben, computertomographische Aufnahmen, Knochenmarkspunktionen und Magnetresonanztomographien identifiziert werden. Eine weitere Schwierigkeit bei der Diagnose ist das Fehlen eines generellen Tests, der das Vorhandensein eines Lymphoms aufdeckt und gleichzeitig die Art der Erkrankung sichtbar macht.

Eine Möglichkeit, einen solchen Test zu entwickeln, haben Bellan und ihre Kollegen nun gefunden: Das Team hat entdeckt, dass zwei Proteine namens CDK9 und CYCLIN T1 dort vermehrt produziert werden, wo Lymphzellen entartet sind. Die Menge der Eiweißstoffe und ihre Verteilung innerhalb der Zellen gibt zusätzlich einen Hinweis darauf, um welche Art von Lymphom es sich handelt und wie fortgeschritten die Erkrankung bereits ist. Ein großer Vorteil dieses Verfahrens ist, dass sich die Proteine nicht nur im Lymphgewebe, sondern auch im Blut nachweisen lassen. Die häufig sehr schmerzhaften Biopsien zur Entnahme einer Gewebeprobe wären daher bei einem auf diesen Befunden basierenden Test nicht nötig.

ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel
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