Mach mit beim winterlichen Vogelzählen! - wissenschaft.de
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Umwelt+Natur

Mach mit beim winterlichen Vogelzählen!

Der Eichelhäher ist durch seinen blauen Federschmuck an den Flügeln leicht zu erkennen. (Bild:BoskoJr/iStock)

„Drei Amseln… zwei Rotkehlchen…ein Eichelhäher…“ Vom 10. bis zum 12. Januar 2020 ist erneut Vogelzählen angesagt: Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) ruft engagierte Bürger auf, die gefiederten Bewohner ihres heimischen Umfelds zu zählen und online zu melden. In diesem Jahr soll die Mitmachtaktion unter anderem klären, wie die Vögel mit dem heißen Sommer 2019 zurechtgekommen sind. Außerdem rückt der NABU zwei Arten besonders in den Fokus.

Immer mehr Naturfreunde widmen am Anfang jeden neuen Jahres den Vögeln ihre spezielle Aufmerksamkeit: An der letzten „Stunde der Wintervögel“ im Januar 2019 beteiligten sich über 138.000 Menschen. Insgesamt gingen Meldungen aus 95.000 Gärten und Parks ein. Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachtaktion soll Zu- oder Abnahmen der Bestände im Verlauf der Jahre erfassen und dadurch Rückschlüsse auf Prozesse in der Vogelwelt ermöglichen. „Je mehr Menschen mitmachen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse“, sagt Leif Miller vom NABU.

Wer flattert durch den winterlichen Garten?

Wer mitmachen will, muss keinen Kurs besuchen – allein das Interesse und die Freude an der Vogelwelt qualifizieren für die Teilnahme, betont der NABU. Man nimmt sich dazu einfach irgendwann vom 10. bis zum 12. Januar eine Stunde Zeit, um von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu beobachten. Von jeder entdeckten Art wird dabei die höchste Individuenzahl notiert. Die Beobachtungsergebnisse können dann im Internet unter www.stundederwintervoegel.de bis zum 20. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 11. und 12. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet. Wer Fragen zur Aktion hat oder sich vorab über das Aussehen der möglicherweise zu entdeckenden Piepmätze informieren will, findet auf den Internetseiten des NABU Informationen und einen Vogel-Erkennung-Trainer.

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Wie die Naturschutzorganisation berichtet, gibt es auch in diesem Jahr wieder spezielle Aspekte im Rahmen der Aktion: „Nach dem zweiten Rekordsommer in Folge könnte die Zählung Aufschluss darüber geben, wie sich anhaltende Dürre und Hitze auf die heimische Vogelwelt auswirken“, so Miller. Dem NABU zufolge könnte es in diesem Jahr außerdem interessante Erkenntnisse über die Entwicklungen bei einem besonders markanten Vertreter unserer einheimischen Vogelwelt geben: dem Eichelhäher. „Im Herbst haben wir einen massiven Einflug dieser Art nach Deutschland und Mitteleuropa beobachtet“, sagt Miller. „Im September waren es über zehnmal so viele Vögel wie jeweils im gleichen Monat der vergangenen sieben Jahre. Im Oktober registrierten Vogelzugzählstationen sogar 16 Mal so viele Eichelhäher. Ähnlich hohe Zahlen gab es zuletzt 1978“, so Miller.

Eichelhäher und Hakengimpel im Fokus

Die Ursache ist wahrscheinlich ein besonders großes Futterangebot für den Rabenvogel mit dem blauen Federschmuck am Flügel: 2018 gab es in Nordosteuropa eine sogenannte Eichelvollmast – es sind also massenweise Futterstücke herangereift, die dem Eichelhäher seinen Namen gegeben haben. So konnten besonders viele den vergangenen Winter überleben und in diesem Jahr brüten. „Einige dieser Vögel sind nun zu uns gezogen, weil in ihren Herkunftsgebieten nicht mehr genug Nahrung für alle vorhanden ist“, erklärt Miller. „Seit die Eichelhäher nun nicht mehr aktiv wandern, scheinen sie jedoch wie vom Erdboden verschluckt. Die Stunde der Wintervögel könnte zeigen, wo diese Eichelhäher geblieben sind. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie sich in den Wäldern und Gärten des Landes verteilt haben“, sagt Miller.

Vielleicht sichten einige Teilnehmer den Hakengimpel. (Bild:mirceax/iStock)

Neben dem Eichelhäher macht der NABU auch auf einen eher exotischen Wintervogel aufmerksam: Wer Glück hat, könnte demnach bei der Stunde der Wintervögel den in Deutschland bisher sehr selten beobachteten Hakengimpel sichten. Dieser Finkenvogel aus der nördlichen Taigazone wurde in diesem Herbst vermehrt weit südlich seines normalen Verbreitungsgebiets im südlichen Skandinavien beobachtet. Besonders in Gärten mit Vogelbeerbäumen könnten diese roten oder gelben Vögel mit ihren typischen weißen Flügelstreifen jetzt erscheinen, so der NABU.

Neben der wissenschaftlichen Datenerfassung wollen die Veranstalter durch das Mitmachprojekt auch mehr Achtsamkeit für die Natur vor der Haustür wecken. Dabei stehen besonders die jungen Naturfreunde im Fokus, denen der NABU eine zusätzliche Aktion widmet: Für die „Schulstunde der Wintervögel“ vom 6. bis 10. Januar bietet die NAJU Zählkarten, ein Poster und ein Wintervogel-Quiz für Kindergruppen und Schulklassen an.

Quelle: NABU

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