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Mädchen profitieren stärker vom Stillen als Jungen

Muttermilch schützt Mädchen besser vor Atemwegsinfektionen als Jungen, haben Mediziner gezeigt. Beim Stillen werden nicht direkt mit der Milch schützende Substanzen übertragen, folgern die Wissenschaftler daraus, denn dann wäre die Schutzwirkung auf beide Geschlechter gleich groß. Stattdessen vermuten die Forscher einen Schutzmechanismus, der bei Mädchen einfacher auszulösen ist.

In ihrer Studie untersuchten die Forscher in Buenos Aires 119 frühgeborene Babys während ihres ersten Lebensjahres. Jungen und Mädchen erkrankten etwa gleich häufig an Atemwegsinfektionen, egal ob sie gestillt wurden oder nicht. Zwar hatte das Stillen keinen Einfluss auf die Häufigkeit von Infektionen, wohl aber darauf, wie schwer diese ausfielen. Mädchen, die nicht gestillt wurden, mussten am häufigsten stationär behandelt werden: Bei 12 von insgesamt 24 Infektionen war ein Krankenhausaufenthalt nötig.

„Aufgrund dieser Erkenntnisse vermuten wir, dass der Schutz vor Atemwegsinfektionen nicht direkt mit der Muttermilch übertragen wird. Vielmehr wird dadurch ein universeller Schutzmechanismus angeschaltet, und das klappt aus irgendeinem Grund bei Mädchen besser als bei Jungen“, sagt Fernando Polack, einer der beteiligten Forscher. Der nächste Schritt sei nun, herauszufinden, wie dieser Schutzmechanismus aktiviert wird, und weshalb er bei Jungen schwieriger einzuschalten ist. „Dadurch könnten wir in der Zukunft eine Therapie entwickeln, die so wirksam wie fünf oder sechs Impfstoffe ist.“

Besonders wichtig seien die neuen Befunde für Entwicklungsländer, sagen die Forscher. Dort seien Antibiotika knapp, und etwa ein Viertel aller Frühgeborenen muss aufgrund von schweren Atemwegsinfektionen im Krankenhaus behandelt werden. „Wenn die Ressourcen knapp sind, hilft es zu wissen, dass nicht gestillte Mädchen die Hochrisikogruppe sind“, erklärt Polack.

María Inés Klein (Fundacion INFANT, Buenos Aires) et al.: Pediatrics, Bd. 121, Juniausgabe ddp/wissenschaft.de ? Michael Böddeker
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