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Manager managen Familie und Beruf mehr schlecht als recht

Manager haben größere Schwierigkeiten als Ärzte, berufliche und familiäre Verpflichtungen miteinander zu vereinbaren. Dies gilt sowohl für Männer als auch für Frauen in diesen beiden hochqualifizierten Berufsgruppen. Der Grund für die Schwierigkeiten der Manager und Managerinnen liegt vermutlich in der größeren Abhängigkeit von den Anforderungen des Wirtschaftsmarktes. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern der City University in London.

Rosemary Crompton, Soziologie-Professorin an der City University in London, und ihre Kollegen untersuchten die Familienverhältnisse von höheren Bankangestellten und von Ärzten in England, Frankreich und Norwegen. „Alle Bankangestellten, Männer und Frauen, hoben die Schwierigkeit hervor, persönlichen beruflichen Erfolg mit grundlegenden Familienversorgungspflichten in Einklang zu bringen – sogar im ‚familienfreundlichen‘ Norwegen“, erklärt die Soziologin.

Ganz deutlich schlägt sich dies in der Kinderzahl der Managerinnen nieder. Nur 37 Prozent der Managerinnen haben zwei oder mehr Kinder. Bei den Ärztinnen sind es hingegen 65 Prozent, die mehr als ein Kind haben. Aber auch die männlichen Bankangestellten haben der Studie zufolge weniger Kinder als die männlichen Ärzte. Daraus schließen die Forscher, dass die „Diskussionen über Geschlecht und Karriere sich nicht um männliche und weibliche Karriere-Wege drehen sollten“, so Crompton, „sondern um ‚Versorger-‚ und ‚Nicht-Versorger-Karrieristen‘ und um die Frage, wie die Karriere mit Familienversorgung kombiniert werden kann.“

Ärzte können, trotz ihres ebenfalls anstrengenden Berufes, oft besser Familien- und Berufsleben miteinander koordinieren als Bankangestellte. Das habe etwas mit der Kontrolle über flexible Arbeitsverhältnisse zu tun, meinen die Wissenschaftler. „Manager-Karrieren sind oft organisatorischen Zwängen unterworfen, die solche Flexibilität verhindern“, erklärt Crompton.

Um diesen ungünstigen Zustand zu überwinden, müssten die Politiker familienfreundlichere Arbeitsgesetze erlassen, so die Wissenschaftler. Das eigentlich familienfreundliche Norwegen zeige, dass der Staat noch mehr Druck auf die private Wirtschaft ausüben müsste, um zum Beispiel das Recht auf Teilzeit auch dort durchzusetzen. „Was wir in Norwegen sehen, ist, dass familienfreundliche Regelungen im staatlichen Sektor gut umgesetzt werden, aber nicht in der vom Wettbewerb aufgeheizten Atmosphäre privater Firmen. Was wir brauchen, ist eine Politik, die das Verhalten in solchen privaten Firmen regelt.“

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Doris Marszk
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