Medikamente verhindern Übertragung von HI-Viren über die Muttermilch - wissenschaft.de
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Medikamente verhindern Übertragung von HI-Viren über die Muttermilch

HIV-positive Mütter können ihre Babys beim Stillen ebenfalls mit dem Aidsvirus infizieren. Laut einer Studie mit afrikanischen Kindern kann dieses Ansteckungsrisiko durch Medikamente zur Aidsbekämpfung drastisch gesenkt werden. Über das Ergebnis der Studie, das am Mittwoch auf dem Treffen der Internationalen Aids-Gesellschaft in Paris vorgestellt wurde, berichtet der Onlinedienst der Fachzeitschrift Nature.

Das Risiko, über die Muttermilch mit dem Hi-Virus infiziert zu werden, beträgt für Säuglinge etwa 15 Prozent. Erhält ein Baby jedoch während der Stillphase aidsbekämpfende Medikamente, sinkt die Ansteckungsgefahr auf weniger als ein Prozent. Das fand Joep Lang und sein Team vom „International Antiviral Therapy Evaluation Center“ in Amsterdam heraus. Die Forscher untersuchten dazu Kinder HIV-positiver Mütter aus Ruanda und Uganda.

Die Medikamentengaben sind nur während der ersten sechs bis zwölf Monate nötig. Dafür ist nur ein Bruchteil der Dosis nötig, die zur Behandlung aidskranker Erwachsener eingesetzt wird.

Viele Mütter in armen Ländern haben keine Möglichkeit, ihre Kinder mit Ersatzmilch zu füttern. Ein Mangel an Muttermilch kann für die Babys allerdings langfristige Auswirkungen auf ihre Gesundheit haben. Sie sind dann beispielsweise anfälliger für Atemwegserkrankungen, die eine der häufigsten Todesursachen von Kindern in Entwicklungsländern sind.

Suzanne Filteau vom „Institute of Child Health“ in London ist über das Ergebnis der Studie nicht überrascht. Sie weist allerdings darauf hin, dass eine solcher Schutz zu einer weiten Verbreitung von Resistenzen führen kann. Nach einer Schätzung der Forscher haben jedoch bislang nur etwa ein Prozent der Erwachsenen in Zentralafrika Zugang zu Aids-Medikamenten.

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Christine Harbig
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