Medikamenten-Kombination reinigt verstopfte Herzarterien - wissenschaft.de
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Medikamenten-Kombination reinigt verstopfte Herzarterien

Mit der Kombination zweier Mittel ist es US- Forschern erstmals gelungen, die gefährliche Verstopfung von Blutgefäßen nicht nur zu stoppen, sondern sogar rückgängig zu machen. Das Ergebnis wurde am Montag auf dem weltgrößten Herzkongress im amerikanischen New Orleans vorgestellt. Es stützt sich auf eine dreijährige Studie mit 160 Patienten, die ein Cholesterin senkendes Medikament zusammen mit dem rezeptfreien Niacin einnahmen.

„Was wir sahen, war eine Umkehr der Krankheit“, berichtete der federführende Studienautor, Greg Brown von der Universität von Washington, auf dem Kongress. „Die Arterien der meisten Patienten hatten sich nicht weiter zugesetzt und sahen sogar besser aus“. Mediziner machen den fettigen Belag Plaque für die Verstopfung von Arterien, genannt Arteriosklerose, verantwortlich. Arteriosklerose ist die Hauptursache für einen Infarkt und andere Herzprobleme.

Cholesterin senkende Mittel werden seit Jahren verschrieben. Sie senken das so genannte „schlechte“ Cholesterin LDL (Low Density Lipoprotein). Die Namen dieser Mittel enden meist mit den Silben „statin“. Hinter Niacin oder Nicotinsäure andererseits verbirgt sich Vitamin B3. Es kurbelt die Produktion des „guten“ Cholesterins (HDL) an, das wiederum den schädlichen Belag in den Blutgefäßen attackiert und bei den meisten Patienten abbaut.

In der Studie von Brown und Kollegen stieg der Wert des guten HDL-Cholesterins von 31 auf 38 Milligramm pro Deziliter, während der ungewünschte LDL-Wert von 126 auf 76 sank – ein sehr positives Ergebnis. Die Werte sollten in 2001 in einem Fachjournal veröffentlicht werden, sagt Brown.

In einer anderen Studie haben US-Forscher erstmals visuell nachgewiesen, wie Cholesterin senkende Medikamente die Fettanteile in arteriosklerotischem Belag in Blutgefäßen beseitigen. Dies gelang zwei Forschern, Roberto Corti und Juan Jose Badimon, vom Mount Sinai Hospital in New York mit kernspintomografischen Aufnahmen.

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Das Team identifizierte außerdem wichtige Eigenarten der Plaque: Demnach birgt ein hoher Cholesterin- oder Fettanteil das größte Risiko, dass der Belag aufbricht und Teile absondert. Wenn der Körper versucht, den Schaden zu beheben und Blutpfropfen bildet, wächst die Gefahr eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls, erläutern die Forscher. Auch Plaques mit bestimmten Zellen (Makrophagen), die der Gefäßwand schaden, seien besonders gefährlich. Oftmals ist diese Plaque auch noch reich an einer chemischen Substanz, die die Bildung von Blutpfropfen fördert.

Das Team konzentrierte sich auf Patienten mit einem Cholesterin- Gesamtwert von 200 bis 240 Milligramm pro Deziliter. Ihnen wurden tägliche 20 oder 80 Milligramm Simvastatin (US-Bezeichnung) verordnet. Deren Wirkung zeigte sich nach zwölf Monaten erstmals auf den Aufnahmen – in einer Reduktion der Plaque um etwa acht bis zehn Prozent.

Die Kernspintomografie sollte in Zukunft dazu dienen, Patienten mit der gefährlichsten Plaque und damit dem höchsten Infarktrisiko zu identifizieren und entsprechend zu behandeln, so die Forscher. Außerdem könnten Ärzte den Fortschritt – oder auch Probleme mit der Therapie – anhand der Aufnahmen verfolgen.

dpa
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