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Umwelt+Natur

Meerwasser mit Mehrwert

Mit Salzwasser gezüchtete Tomaten schmecken besser und sind gesünder, haben italienische Forscher herausgefunden: Die Bewässerung mit salzhaltigem Wasser führte bei reifen Kirschtomaten zu erhöhten Mengen von Antioxidantien, die als Schutzfaktoren vor Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten. Die Größe der Früchte fiel allerdings geringer aus. Die Bewässerung mit Salzwasser könnte gerade in Ländern, die unter Wasserknappheit leiden, eine vielversprechende Alternative sein, schreiben die Forscher um Cristina Sgherri von der Universität in Pisa.

Reaktionsfreudige Sauerstoffverbindungen ? oft auch als freie Radikale bezeichnet ? entstehen im menschlichen Körper bei vielen Stoffwechselvorgängen. Sie sind an der Entstehung von Krankheiten wie Krebs, Grauem Star und Herz-Kreislauf-Erkrankungen beteiligt. Antioxidantien wie die Vitamine C und E, Liponsäure und Chlorogensäure sind für Menschen gesund, da sie den schädigenden freien Radikalen entgegenwirken. Diese Verbindungen sind schon unter natürlichen Bedingungen in Tomatenpflanzen enthalten.

Sie werden jedoch verstärkt produziert, wenn die Pflanzen mit salzhaltigem Wasser bewässert werden, fanden die Wissenschaftler um Cristina Sgherri nun heraus. Sie hatten in ihrer Studie die Früchte von Kirschtomaten untersucht, deren Gießwasser zu zwölf Prozent mit Meerwasser angereichert war. Die auch als Cocktailtomaten bekannten Früchte wiesen danach eine erhöhte Menge an Antioxidantien auf. Sie waren zwar kleiner als üblich, dafür aber gehaltvoller: Ihr Trockengewicht war größer ? eine Eigenschaft, die besonders bei Dosentomaten erwünscht ist, schreiben die Forscher. Sie vermuten, dass die Tomaten durch die erhöhte Produktion der Abwehrstoffe dem Stress entgegenwirken, dem sie durch das salzige Wasser ausgesetzt sind.

Süßwasser für die Bewässerung von Pflanzen ist in einigen Gegenden der Welt knapp, beispielsweise in Sizilien. Daher stelle der Einsatz von verdünntem Salzwasser für die Bewässerung eine beachtenswerte neue Möglichkeit dar, teilen die Wissenschaftler mit. Allerdings müsse darauf geachtet werden, Böden nicht zu stark zu versalzen.

Cristina Sgherri (Universität Pisa) et al.: Journal Of Agricultural And Food Chemistry, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1021/jf0733012 ddp/wissenschaft.de ? Michael Böddeker
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