Mehr Essen, weniger Wohlbefinden - wissenschaft.de
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Gesellschaft+Psychologie Umwelt+Natur

Mehr Essen, weniger Wohlbefinden

Menschen, bei denen das Gehirn weniger auf Belohnungen reagiert, neigen eher zu Fettleibigkeit. Schuld daran ist eine verminderte Anzahl bestimmter Rezeptoren für den Botenstoff Dopamin. Dieser wird beim Essen im Gehirn freigesetzt und vermittelt ein gutes Gefühl. Menschen mit einer Genvariante, die dazu führt, dass dieser Dopaminrezeptor nicht so häufig vorkommt, müssen daher für den gleichen Genuss mehr essen und tendieren dementsprechend auch eher zu Übergewicht.

Mit Hilfe von funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT) untersuchten die Wissenschaftler die Hirnaktivität von jungen Frauen, während diese entweder einen Schokoladenmilchshake oder eine geschmacklose Flüssigkeit eingeflößt bekamen.
Die MRT-Aufnahmen zeigten, dass die Hirnregion, die normalerweise beim Essen Dopamin freisetzt, bei stark übergewichtigen Frauen weniger aktiv war als bei ihren schlankeren Kolleginnen. Probandinnen mit einer sogenannten A1-Variante des Gens, das für die Herstellung des beteiligten Dopaminrezeptors zuständig ist, reagierten dabei am schwächsten und nahmen eher zu.

Die Ergebnisse der Studie könnten zu neuen Therapien gegen Übergewicht beitragen: So könnte künftig versucht werden, das Belohnungsdefizit bei Menschen mit der kritischen Genvariante mit Verhaltenstraining oder Medikamenten in den Griff zu bekommen und damit Übergewicht vorzubeugen, spekuliert Studienleiter Eric Stice. Das Defizit bei der Reaktion auf Dopamin ist wahrscheinlich nicht nur auf Belohnung durch Essen beschränkt, sondern betrifft möglicherweise auch die Wirkung von Drogen.

Eric Stice (Universität von Texas, Austin) et al.: Science, Bd. 322, S. 449. ddp/wissenschaft.de ? Sonja Römer
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