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Mehr Prionenerkrankungen bei Jugendlichen?

Kinder und vor allem Jugendliche sind besonders anfällig für die neue Variante der Creutzfeld-Jakob-Krankheit (vCJD). Das legen Untersuchungen französischer Forscher nahe. Allein die Tatsache, dass Jugendliche besonders viel Rindfleisch essen, reicht nicht aus, um die vielen Fälle unter Kindern und Jugendlichen zu erklären. Das berichten Pierre-Yves Boëlle vom Assistance Publique Hôpitaux de Paris und seine Kollegen in der Fachzeitschrift BMC Infectious Diseases ( 2004, 4:26, doi:10.1186/1471-2334-4-26).

Von der Krankheit vCJD wird vermutet, dass sie durch mit dem BSE-Erreger verseuchtes Rindfleisch übertragen werden kann. Die Mediziner analysierten nun neue Schätzungen über die Essgewohnheiten der Briten, insbesondere über ihren Rindfleischkonsum. Boëlle und seine Kollegen berechneten mithilfe eines mathematischen Modells die zu erwartende Altersverteilung und stellten fest, dass sie nicht mit den tatsächlichen Zahlen übereinstimmt. Theoretisch wären dem Modell zufolge knapp 50 Prozent der Betroffenen über 40 Jahre alt. In Wirklichkeit gehören jedoch nur 10 Prozent der Erkrankten zu dieser Altersgruppe.

Nahmen die Forscher allerdings zusätzlich an, dass Kinder und Jugendliche besonders empfindlich für vCJD sind, ergab das Modell Zahlen, die viel eher der Realität entsprachen. Dabei gingen die Wissenschaftler davon aus, dass die Anfälligkeit während der Kindheit ansteigt, im Jugendalter ein Maximum erreicht und dann rapide wieder abfällt.

Bislang sind sich die Mediziner nicht sicher, warum Kinder und Jugendliche besonders empfindlich sind. Sie halten es aber für möglich, dass in diesem Alter die Durchlässigkeit des Darms besonders hoch ist und die Erreger so leichter eindringen können. Um den Gründen genau auf den Grund zu gehen, seien aber weitere Forschungen nötig.

ddp/bdw – Cornelia Dick-Pfaff
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