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Mehr Stabilität mit Musik

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Gehwagen: Im Alter schwindet oft die Sicherheit beim Laufen. Bild: Rainer Sturm / pixelio.de
Rhythmische Bewegungen verhindern Knochenbrüche: Ältere Menschen können der Gefahr eines Sturzes vorbeugen, indem sie lernen, sich im Takt von Musik zu bewegen. Das zeigt die Studie eines Forscherteams aus der Schweiz. Mit Hilfe eines musikgestützten Trainingsprogramms sollten Rentner lernen, den Rhythmus beim Laufen zu halten. Das führte nicht nur dazu, dass sie sicherer und schneller liefen als zuvor und größere Schritte machten, sondern es verbesserte sich auch ihr Gleichgewichtsgefühl. Dadurch sinke das Risiko eines Sturzes, berichten die Wissenschaftler um Andrea Trombetti von der Internationalen Universität in Geneva.

Rund ein Drittel aller Menschen über 65 Jahre zieht sich nach Angaben der Forscher mindestens einmal im Jahr einen Knochenbruch zu – meistens durch Stürze beim Laufen. Die Forscher wollten deshalb herausfinden, ob ein sicherer Schritt hilft, die Zahl der Brüche zu verringern. Insgesamt 134 Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von 75 Jahren nahmen an der Studie teil, in der es darum ging, durch Bewegungsübungen das Körpergleichgewicht ins Lot zu bringen und den eigenen Gang sicherer zu machen. Die Senioren lernten unter anderem, sich im Takt von Musik zu bewegen und dadurch den Rhythmus beim Gehen zu halten.

Die Forscher teilten die Versuchsteilnehmer in zwei Gruppen: Lediglich die erste Gruppe absolvierte die Übungen unter Anleitung einmal in der Woche über einen Zeitraum von sechs Monaten. Beim anschließenden Vergleich mit der Vergleichsgruppe stellte sich heraus, dass die trainierten Rentner im Laufe der Zeit nicht nur ihre Schrittgeschwindigkeit erhöht hatten, sondern auch größere Schritte machten als zuvor. Dadurch stürzten sie nur halb so oft wie die Teilnehmer der Kontrollgruppe: Innerhalb des ersten Jahres nach dem Experiment fielen lediglich 24 der insgesamt 66 Schrittversierten, während in der Kontrollgruppe 54 der 68 Teilnehmer stürzten. Nachdem diese Probanden ebenfalls geschult worden waren, verbesserte sich die Sturzstatistik auch bei ihnen.

Andrea Trombetti (Universität Genf) et al.: Archives of Internal Medicine, doi: 10.1001/archinternmed.2010446 dapd/wissenschaft.de ? Peggy Freede
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