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Gesellschaft+Psychologie Umwelt+Natur

Miese Laune für exaktere Beobachtungen

Die Aussagen schlecht gelaunter Zeugen sind die zuverlässigsten. In der negativen Stimmung prägen sich Einzelheiten besonders gut ins Gedächtnis ein, belegen Versuche australischer Forscher. Zudem fördert die üble Laune Argumentationsvermögen und Denkprozesse. Das berichtet die Universität von New South Wales in Sydney.

Die australischen Forscher um Joe Forgas versetzten Versuchspersonen in eine positive oder eine negative Stimmung und ließen sie eine inszenierte Szene wie zum Beispiel einen Handtaschenraub miterleben. Dann überprüften die Wissenschaftler, wie exakt und verlässlich die Aussagen gut und weniger gut gelaunter Probanden waren. „Die Augenzeugendarstellung übellauniger Teilnehmer waren verglichen mit denen fröhlicherer Versuchspersonen deutlich akkurater“, erklärt Forgas. „Das zeigt, dass unsere Erinnerung an vergangene Ereignisse durch irrelevante Informationen gestört wird, wenn wir uns in einer guten Stimmung befinden.“ Die gute Laune begünstige eher weniger vorsichtige Denkstrategien, so der Forscher.

In einem weiteren Versuch ließen die Wissenschaftler gut und schlecht gelaunte Versuchspersonen eine Argumentation zu Gunsten einer bestimmten Behauptung verfassen. Hier zeigte sich, dass Übellaunige in Bezug auf kritisches Denken und Kommunikationsfähigkeit gut gelaunten Probanden überlegen waren: Qualität und Überzeugungskraft ihrer Begründungen waren weit effektiver.

Dass schlechte Stimmung erhöhte Aufmerksamkeit und ein verbessertes Denkvermögen mit sich bringt, hat sich vermutlich im Laufe der Evolution entwickelt, sagt Forgas. Bei guter Laune ist die Umgebung friedlich und nicht bedrohend, weshalb hohe Aufmerksamkeit nicht vonnöten ist. Dagegen ist eine durch eine Bedrohung ausgelöste schlechte Stimmung in Gefahrensituationen von Vorteil, da sie eine systematische, aufmerksame und umsichtige Verarbeitung der Informationen aus der Umgebung garantiert.

ddp/bdw ? Cornelia Dick-Pfaff
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