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Miniteleskop verbessert das Sehen bei Makuladegeneration

Ein ins Auge implantiertes Miniteleskop könnte Patienten mit Makuladegeneration künftig das Leben erleichtern. Bei dieser Sehstörung können die Betroffenen nicht länger richtig scharf sehen, da die lichtempfindlichen Zellen an der Stelle des schärfsten Sehens absterben. So ist es ihnen zum Beispiel nicht mehr möglich, zu lesen oder Auto zu fahren. Doch das Miniteleskop kann den Patienten ein Stück Lebensqualität zurückgeben, berichtet die Universität von Michigan in Ann Arbor.

Das Implantat ist kein vollständiges Teleskop, sondern ein Satz von Linsen in einer Kunststoffhülle. Es wird in das Auge mit der schwächeren Sicht eingepflanzt. Die Hornhaut dient dann als die vorderste Linse des Teleskops. Der Linsensatz vergrößert ein Bild dann um das zwei- bis dreifache seiner normalen Größe und dehnt es damit über die betroffene Stelle der Netzhaut hinaus aus. So erreicht das Bild noch funktionierende Sehzellen, und der Betroffene kann nach einen intensiven Training besser sehen als zuvor.

Die Mediziner um Paul Lichter vom University of Michigan Kellogg Eye Center testen das Miniteleskop derzeit an insgesamt 220 Patienten. Die meisten Teilnehmer sind bisher sehr zufrieden mit dem Implantat. Allerdings bringt es keine Heilung, sondern lediglich eine optische Verbesserung. Außerdem braucht es Zeit und Geduld, sich an die neue Sicht zu gewöhnen. Das Gehirn ist nicht in der Lage, beide Bilder ? das große vom Teleskop und das kleine unveränderte ? zu vereinigen. So dominiert weiterhin das kleine Bild, und die Patienten müssen lernen, das größere Bild mehr zu beachten. Außerdem leiden die Betroffenen nach wie vor an der Makuladegeneration, so dass verschwommene Flecken bleiben.

In den Industrienationen ist die altersabhängige Makuladegeneration ( AMD) die häufigste Ursache für den Verlust der zentralen Sehschärfe im höheren Alter. Allein in Deutschland leiden weit mehr als eine Million Menschen unter der Sehstörung. Erste Anzeichen der Erkrankung stellen die Betroffenen meist beim Lesen in Form von grauen Schatten oder verschwommenen Flecken fest.

Die Patienten finden sich häufig noch in ihrer Umgebung zurecht, verlieren aber die Lesefähigkeit und Fahrtüchtigkeit und haben Schwierigkeiten beim Erkennen von Personen. Mit steigendem Alter nimmt die Häufigkeit zu. Etwa ein Drittel der über 75-jährigen zeigt Frühformen von AMD. Die Ursache der Störung ist bislang unbekannt. Eine Heilung gibt es nicht.

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ddp/bdw ? Cornelia Pfaff
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