Mit einem Schrittmacher gegen Hochdruck - wissenschaft.de
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Mit einem Schrittmacher gegen Hochdruck

Hoher Blutdruck lässt sich effektiv durch ein Implantat an der Halsschlagader bekämpfen: Es stimuliert bestimmte Nerven und aktiviert so die körpereigenen Mechanismen zur Blutdruckregulierung. Damit hätten auch solche Patienten eine Therapieoption, bei denen Medikamente nicht anschlagen, berichten amerikanische Forscher. Bei zehn Patienten setzten die Mediziner ein Implantat ein. Die Blutdruckwerte reduzierten sich damit um durchschnittlich zwanzig Einheiten, erklärten die Forscher.

Um den Blutdruck von Patienten zu senken, wollen Wissenschaftler schon lange direkt in den Regelkreislauf des Organismus eingreifen. An bestimmten Stellen, eine davon liegt an der Halsschlagader, messen Nerven den Blutdruck und melden diesen ans Gehirn. Für die Mediziner um den Amerikaner John Bisognano lag es daher nahe, diese Region elektrisch zu stimulieren, um die Selbstregulierung anzuregen. Dazu setzen sie ähnlich wie beim Herzschrittmacher einen Impulsgeber in die Brustwand. Vom diesem gehen Drähte zu zwei kleinen Manschetten, die um die Halsschlagader liegen und die dortigen Nerven zur Blutdruckregulierung stimulieren.

Die Forscher um Bisognano setzten das Implantat bei zehn Probanden ein und konnten nach einem Monat eine deutliche Reduzierung der Blutdruckwerte feststellen. Der höhere so genannte systolische Wert verminderte sich durchschnittlich von 180 auf 158, der zweite, diastolische Wert von 105 auf 87. Im Beobachtungszeitraum traten keine Nebenwirkungen auf, berichten die Forscher. Mit ihrer Studie wollen sie den Weg zur Zulassung und Kommerzialisierung des Verfahrens in den USA ebnen.

„Die Therapie ist ein vielversprechender Ansatz, da die Patienten, die dafür in Frage kommen, nichts anders haben“, erklärt Stefan Engeli von der Berliner Universitätsklinik Charité gegenüber wissenschaft.de. An der Charité läuft eine ähnliche Studie zur Stimulation der Blutdruckregulation. Ziel ist die Prüfung und Zulassung des Stimulationsverfahrens für Deutschland. Wann hier mit ersten Produkten zu rechnen ist, lassen die Forscher jedoch noch offen. Mediziner schätzen, dass zehn bis zwanzig Prozent der Gesamtbevölkerung an Bluthochdruck leiden. Bei rund zwei bis drei Prozent der Bluthochdruckpatienten schlägt eine medikamentöse Therapie nicht an, so Engeli.

John Bisognano (Medizinisches Zentrum der Universität von Rochester) et al.: Vortrag auf einer Tagung der American Heart Association, Chicago ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer
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