Mit Pestwurz gegen Heuschnupfen - wissenschaft.de
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Mit Pestwurz gegen Heuschnupfen

Die Pestwurz lindert die Symptome von Heuschnupfen ebenso gut wie das gebräuchliche Antihistaminikum Fexofenadin. Anders als bei der Behandlung mit diesem Wirkstoff treten bei dem Pestwurzextrakt jedoch keine Nebenwirkungen auf, haben Wissenschaftler aus der Schweiz und Deutschland bei einer Untersuchung an mehr als 300 Patienten gezeigt. Besonders für Patienten, die andere Medikamente aufgrund ihrer Nebenwirkungen nicht vertragen, sei die Pestwurz deshalb eine geeignete Alternative.

Die Wirksamkeit der an sich giftigen Pestwurz (Petasites hybridus) gegen allergische Rhinitis wurde bereits in mehreren kleinen Studien nachgewiesen. Nun verglichen die Wissenschaftler die Wirksamkeit des Pestwurzpräparates mit der des häufig verwendeten Wirkstoffes Fexofenadin. Dabei untersuchten die Forscher an insgesamt 330 Patienten aus 11 Gesundheitszentren die Auswirkungen der Medikamente auf Symptome wie eine laufende Nase, Niesen sowie Juckreiz in Augen und Nase. Das Ergebnis: Der aus den Blättern der Pestwurz gewonnene Extrakt war nicht nur genauso effektiv wie das Antihistaminikum, sondern es führte im Gegensatz zum althergebrachten Medikament auch nicht zu Benommenheit und Müdigkeit.

Der Pestwurzextrakt Ze339 ist deshalb laut Schapowal eine alternative Behandlungsmöglichkeit für Heuschnupfen. Die antiallergische Wirkung der Pestwurz basiert auf den so genannten Pestasinen, welche die Produktion von Leukotrienen verhindern ? Botenstoffen, die bei der Entzündungsreaktion gegen Allergene eine große Rolle spielen. Zusätzlich stimulieren sie die Herstellung von Prostaglandinen, die wichtig sind für die Abschwächung der Entzündung.

Die Pestwurz wächst in ganz Europa und Asien sowie in Teilen Nordamerikas. Ihre Wurzel wird bereits seit Jahrhunderten zur Herstellung von Naturheilmitteln verwendet. Die Blätter der Pestwurz hingegen werden erst seit kurzem in der Pflanzenheilkunde eingesetzt.

Andreas Schapowal (Schweizer Allergieklinik, Landquart) et al.: Phytotherapy Research (Online-Vorabveröffentlichung, doi:10.1002/ptr.1705)

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ddp/wissenschaft.de ? Katharina Schöbi
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