Mitleid mit schmerzgeplagten Mäusen - wissenschaft.de
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Mitleid mit schmerzgeplagten Mäusen

Es gilt bei vielen Forschern als rein menschliche Eigenschaft: Mitgefühl. Doch Mäuse leiden ebenfalls mit ihren Artgenossen mit, wie Zoologen der McGill University im kanadischen Montreal herausgefunden haben. In Gegenwart eines leidenden Käfiggenossen sind die Nager deutlich schmerzempfindlicher, beobachteten die Forscher.

Bei ihren Versuchen kannten die Forscher selbst kein Mitleid: Sie spritzten zwei Versuchsmäusen eine schwache Säure in den Bauch und beobachteten, wie stark sich die Tiere vor Schmerz krümmten. Resultat: Die Tiere reagierten schwächer, wenn sie den Test allein absolvierten. Aber: Die Gesellschaft einer fremden Maus, die sie nicht kannten, verstärkte das schmerzinduzierte Krümmen nicht.

Noch deutlicher zeigte sich die Wahrnehmung des Fremdschmerzes, als die Mäuse auf eine heiße Platte gesetzt wurden. Konnten sie dabei einen ebenfalls leidenden Artgenossen beobachten, zogen sie die Pfoten viel schneller von der Hitze zurück.

Die Wissenschaftler vermuten, dass Mitgefühl nicht schlagartig auf der Stufe der Primaten entstanden ist. Bei dem Verhalten der Nager sprechen sie von einer „emotionalen Ansteckung“. Bei dieser Vorform des Mitgefühls ist es nicht nötig zu verstehen, warum ein anderer Schmerz empfindet. Sie ähnelt dem Verhalten von Neugeborenen: Wenn ein Baby auf der Säuglingsstation zu schreien beginnt, brüllen alle anderen mit – ohne zu wissen, warum das Baby weint.

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