Morgenmuffelige Kakerlaken - wissenschaft.de
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Morgenmuffelige Kakerlaken

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Kakerlaken lernen abends besser als morgens. Bild: wikipedia.de
Kakerlaken merken sich neue Dinge abends leichter als morgens: Während sie abends problemlos lernen, Pfefferminzgeruch mit Zuckerwasser zu assoziieren und sich auch noch mindestens zwei Tage später daran erinnern, schaffen sie das morgens nicht. Das haben Wissenschaftler um Terry Page von der Vanderbilt-Universität herausgefunden, als sie das Verhalten der Insekten untersuchten. Die Lernfähigkeit der Kakerlaken ist damit abhängig von ihrer biologischen Uhr.

Die Forscher brachten ihren Versuchstieren bei, Pfefferminzgeruch mit Zuckerwasser zu verbinden und Vanilleduft mit Salzwasser. Dazu hielten sie ein Vanille- oder Pfefferminzduft ausströmendes Papier vor den Kakerlakenkopf und träufelten den Tieren gleichzeitig etwas Salz- oder Zuckerwasser in den Mund. Obwohl Kakerlaken eigentlich der Vanilleduft lieber ist, bevorzugten sie nach dieser Prozedur den Geruch nach Pfefferminz, erklären die Forscher. Die Tiere lernten also, den unangenehmen Geruch mit der Belohnung durch Zuckerwasser zu verbinden.

Das funktionierte aber nur zu bestimmten Tageszeiten: Übten die Kakerlaken abends, konnten sie sich auch zwei Tage später noch an das Gelernte erinnern. Sollten sie sich allerdings morgens den Zusammenhang zwischen Pfefferminzgeruch und Zuckerwasser merken, hatten die Tiere dies schon nach fünf Minuten wieder vergessen. Allerdings war nur das Lernen, nicht das Erinnern tageszeitabhängig: Auch morgens konnten sich die Kakerlaken an das erinnern, was sie abends gelernt hatten. Neues dazulernen aber konnten die Tiere am Morgen nicht, erklären die Forscher.

Warum Kakerlaken morgens so schlecht lernen können, wissen auch die Wissenschaftler noch nicht. Da aber die zur Wahrnehmung von Gerüchen zuständige Gehirnregion bei vielen Tieren sehr ähnlich sei, könne die genauere Erforschung dieses Hirnbereiches auch zeigen, wie andere Tierarten lernen.

Terry Page (Vanderbilt-Universität in Nashville) et al.: PNAS, Band 104, Nr. 40, Seite 15905 ddp/wissenschaft.de ? Anja Basters
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