Nächste Generation implantierbarer Defibrillatorsysteme gegen Herzinfarkt erstellt 6-kanaliges EKG - wissenschaft.de
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Nächste Generation implantierbarer Defibrillatorsysteme gegen Herzinfarkt erstellt 6-kanaliges EKG

Eine neue Generation so genannter Defibrillatorsysteme für die Implantation sollen den plötzlichen Herztod bei Risikopatienten effektiver verhindern: Die Geräte können nicht nur die lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen erkennen und sofort gegensteuern, sie erkennen erstmals auch akute Durchblutungsstörungen des Herzens und messen fortlaufend verschiedene Risikoparameter. So können sie schon frühzeitig vor gefährlichen Tendenzen warnen.

Am plötzlichen Herztod aufgrund von Herzrhythmusstörungen sterben allein in Deutschland jedes Jahr 120.000 Menschen. Nur ein Teil der Patienten überlebt, weil frühzeitige Wiederbelebungsmaßnahmen Erfolg zeigen. Für Risiko-Patienten waren medikamentöse Behandlungsansätze bislang wenig erfolgreich, deutlich bessere Ergebnisse zeigt die Implantation von Defibrillator-Systemen, die bei Herzrhythmusstörungen automatisch eingreifen und den Herzschlag binnen weniger Sekunden wieder in Takt bringen.

Die multifunktionalen Geräte, die heute weniger als 100 Gramm wiegen und bis zu 200 Mal einen plötzlichen Herztod verhindern können, übernehmen inzwischen auch weitere Funktionen: So können sie auch als Herz-Schrittmacher agieren sowie alle auftretenden Herzrhythmusstörungen im fortlaufenden Elektrokardiogramm (EKG) dokumentieren.

Die Neuentwicklung von Kardiologen des Universitätsklinikums Freiburg verbessert diese Geräte noch einmal erheblich. Der entscheidende Entwicklungssprung: Das Gerät erstellt im Körper selbst ein 6-kanaliges EKG. Es lässt sich in implantierbare Defibrillationssysteme integrieren und kann sogar akute Durchblutungsstörungen des Herzens erkennen.

Zudem erfasst es erstmals fortlaufend die Risikoparameter der Patienten. Patient und Arzt werden damit in die Lage versetzt, aufgrund der Entwicklung dieser Werte einem drohenden Herzinfarkt schon im Vorfeld zu erkennen. Die ersten Geräte dieser neuen Generation von Defibrillationssystemen sollen imJahr 2001 in Freiburg implantiert werden. Seine Entwickler haben auf das Gerät ein weltweites Patent angemeldet.

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Dörte Saße
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