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Navi für Krebsoperationen

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Leberkrebs-OP, die per Ultraschall überwacht wird. (Foto: C. Blaser)
Bildgebende Verfahren sind bei Krebsoperationen inzwischen nicht mehr wegzudenken. Auf Monitoren sieht der Chirurg Röntgenbilder und 3D-Aufnahmen, die mithilfe der Computer (CT)- oder Magnetresonanztomografie (MRT) gemacht wurden und die Details über die Lage der Geschwulst liefern. So wissen die Mediziner genau, wo sie das Skalpell ansetzen müssen. Große Probleme bereiten bisher allerdings Metastasen, die in die Leber gestreut haben. Sie sind – auch wenn man sie erkennen kann – operativ äußerst schwer bis gar nicht zu entfernen.

Der Grund: Die Leber ist ein sehr komplexes und von zig Blutgefäßen durchzogenes Organ. Ein falscher Schnitt kann enormen Schaden anrichten. Im aktuellen Heft von bild der wissenschaft stellt bdw-Autor Christian Bernhart jetzt ein revolutionäres Verfahren vor, das Chirurgen ihre Arbeit bei solchen OPs erheblich erleichtert. Dabei handelt es sich um ein innovatives Navigationssystem, das Schweizer Forscher der Universität Bern entwickelt haben. Es funktioniert ähnlich, wie ein GPS-Navi im Auto. Allerdings bezieht das Gerät seine Daten nicht über Satelliten, sondern über eine Stereokamera, die auf das Operationsfeld gerichtet ist.

Auf dem Bildschirm sieht der Chirurg die per CT errechnete 3D-Darstellung des Körperinneren. Die Kamera verfolgt dann präzise das Instrument in seinen Händen, während er operiert. Dazu sitzen auf dem OP-Besteck drei lichtreflektierende Kugeln, über die sich seine Position millimetergenau berechnen und mit der 3D-Aufnahme vergleichen lässt. Doch die neue Methode unterstützt die Mediziner noch in einem weiteren Punkt, schreibt Bernhart. Da die Leber nämlich ein sehr weiches und geschmeidiges Organ ist, verformt sie sich schon allein beim Öffnen der Bauchdecke, die Blutgefäße dehnen und verschieben sich und die 3D-Bilder stimmen möglicherweise nicht mehr mit dem aktuellen Zustand überein. Abhilfe schafft hier Ultraschall, der die Veränderungen der Leber systematisch erfasst und berechnet und es dem Chirurgen so ermöglicht, punktgenau und sicher zu seinem Ziel vorzudringen.

Weitere Details zu dem Verfahren, das Millionen von Patienten neue Hoffnung geben könnte und welche Erfolge die Mediziner damit bereits erzielt haben, lesen Sie im aktuellen Heft von bild der wissenschaft.

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