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Neue Negativrekorde bei Gartenvögeln

Amseljunge
Amseljunge im Nest – auch die Zahlen dieser Vogelart sind 2018 weiter zurückgegangen. (Foto: NABU/Sabine Teufl)

Keine guten Nachrichten: Bei der bundesweiten Vogelzählung „Stunde der Gartenvögel“ wurden in diesem Jahr so wenige Vögel wie noch nie zuvor beobachtet. Vor allem bei eigentlich häufigen Gartenvögeln wie Amseln, Miesen, Elstern, Grünfinken oder dem Star gab es neue Negativrekorde, wie die Naturschutzorganisation NABU berichtet. Auffällig dabei: Betroffen sind vor allem die Vogelarten, die ihre Jungen mit Insekten füttern.

Vom 10. bis 13. Mai fand in diesem Jahr wieder die Mitmachaktion „Stunde der Gartenvögel“ statt. Dabei waren Menschen in ganz Deutschland dazu aufgerufen, eine Stunde lang aufzuschreiben, welche Vogelarten und wie viele davon sie in ihrem Garten, im Park oder auf dem Balkon beobachten konnten. Noch sind nicht alle Ergebnisse übermittelt, aber schon jetzt haben mehr als 37.000 Teilnehmer Daten aus mehr als 25.000 Gärten und Parks im ganzen Land eingereicht.

Reihenweise Negativ-Rekorde

Doch so erfreulich die rege Teilnahme ist, so besorgniserregend sind die ersten Ergebnisse. Denn die Zahl der beobachteten Vögel ist in diesem Jahr auf neue Tiefstwerte gesunken. „Pro Garten wurden im Schnitt nur 33,3 Vögel gemeldet. Das ist die niedrigste Vogelzahl seit Beginn der Aktion und ein Minus von über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr und dem langjährigen Mittel“, berichtet NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Besonders bei den eigentlich häufigsten Gartenvögeln deuten sich reihenweise Negativ-Rekorde an: „Unter den Top 15 unserer Gartenvögel weisen sieben Arten die bisher geringsten Zahlen auf, darunter Amsel, Kohlmeise, Blaumeise, Elster, Grünfink, Buchfink und Hausrotschwanz“, sagt Miller. „Bei vier weiteren Arten gab es nur einmal zuvor noch weniger Vögel.“ Auch der Vogel des Jahres 2018, der Star, hat nach zwischenzeitlich leichter Bestandserholung wieder fast den Negativrekord des Jahres 2010 erreicht, wie der NABU berichtet. Der Star kommt bisher auf minus 16 Prozent und hat vor allem im Westen Deutschlands und in den Stadtstaaten Bremen und Hamburg überdurchschnittlich stark abgenommen.

Es trifft vor allem die Insektenfresser

Nach Ansicht der Vogel-Experten ist dieser Vogelschwund kein Zufall: „Auffällig ist, dass fast alle Vogelarten, die ihre Jungen mit Insekten füttern, besonders niedrige Zahlen aufweisen“, sagt Miller. Dazu gehören auch Mehlschwalbe und Mauersegler, die Insekten im Fluge fangen. „Bei ihnen haben sich die erfreulich guten Zahlen des Vorjahres buchstäblich als Eintagsfliege erwiesen: Ihre Zahlen sind wieder so schlecht wie in den Jahren davor und entsprechen nur noch 60 Prozent der Ausgangsbestände im Jahr 2006“, sagt Miller. „Die Ursache dafür liegt offenbar im massiven Insektenschwund.“

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Das könnte auch erklären, warum sich Vogelarten, die Samen fressen oder eher Allesfresser sind, besser halten konnten. „Lediglich Haussperling, Feldsperling, Ringeltaube und Rabenkrähe wurden in üblichen Mengen gesichtet“, berichtet Miller. Auch die Bestände der beiden samenfressenden Finkenarten Stieglitz und Kernbeißer sind weiter angestiegen.

Nach Ansicht des NABU zeigen die besorgniserregenden Zwischenergebnisse dieser Vogelzählung, dass mehr zum Schutz der heimischen Vögel getan werden muss. Wichtig sei es vor allem, den Insekten wieder mehr geeignete Lebensräume und Futter zu bieten, damit die insektenfressenden Vögel genügend Nahrung finden. „Jeder kann damit beginnen, seinen Garten als Mini-Naturschutzgebiet zu gestalten“, schlägt Miller vor. „Zudem muss das anhaltende Insektensterben umgehend gestoppt werden.“ Im Juni 2018 wird es erstmals die Mitmach-Aktion „Insektensommer“ geben, bei der Freiwillige in ganz Deutschland Insekten zählen.

Quelle: NABU

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