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Neuer HIV-Impfstoff zeigt Wirkung

Ein von der Firma Merck entwickelter Immunschutz gegen den Erreger der Immunschwächekrankheit AIDS wirkt anscheinend. Dies meldete das Pharmaunternehmen auf einer Fachkonferenz in Seattle. Erste Versuche zeigten, dass die HIV-Gene, die den freiwilligen Versuchspersonen injiziert wurden, eine Immunantwort hervorrufen, teilte der Nachrichtensender BBC in seiner Online-Ausgabe mit.

Bei Affen hatten die Forscher bereits nachgewiesen, dass das tödliche HI-Virus mit der neuen Zwei-Schritt-Impfung in Schach gehalten werden kann. So verringerte sich die Anzahl der Viren im Blut der Affen drastisch. Da die nicht HIV-infizierten menschlichen Testpersonen jeweils nur einen der beiden Impfstoffe verabreicht bekamen, ist bislang noch unklar wie wirksam die Therapie beim Menschen tatsächlich ist.

Fraglich ist zudem ob die Behandlung eine HIV-Infektion auch verhindern kann. Wahrscheinlicher ist, dass der Impfstoff eines Tages als ergänzende HIV-Therapie zum Einsatz kommt: Mit einer Verringerung der Virenmenge ließen sich die AIDS-Symptome reduzieren, meinen die Wissenschaftler. Auch die Wahrscheinlichkeit andere zu infizieren, nehme stark ab.

Die Teilnehmer der aktuellen Studie, bekamen das HIV-Gen „gag“ injiziert, welches die menschlichen Zellen zur Synthese des entsprechenden Virenproteins anregt. Das Genprodukt alleine ist für den Menschen ungefährlich, es mobilisiert jedoch das Immunsystem, sich gegen die Viren zur Wehr zu setzen. Eine besonders starke Immunantwort konnten die Forscher bei Testpersonen feststellen, die das Gen in einem Grippevirus verpackt erhielten. Bei ihnen fiel die Reaktion deutlich stärker aus, als bei den Probanden, die die reine gag-DNA injiziert bekamen. Im Tierversuch war die Kombination beider Verfahren am erfolgreichsten gewesen.

Trotz der ermutigenden Ergebnisse warnen die Wissenschaftler vor einer zu großen Euphorie: Bis der Impfstoff ? wenn überhaupt ? auf den Markt kommt, wird es noch mindestens fünf Jahre dauern. Die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit müsse zunächst in großen Langzeitstudien abgesichert werden.

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Irina Lorenz-Meyer
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