Neuer Sensor beschleunigt Test auf Mukoviszidose - wissenschaft.de
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Neuer Sensor beschleunigt Test auf Mukoviszidose

Irische Forscher entwickelten einen Sensor, der bei Kindern den Verdacht auf Mukoviszidose binnen einer halben Stunde bestätigen oder widerlegen kann. Die bisherige Standarddiagnose benötigt eine Laboranalyse und dauert im Schnitt einen Tag lang. Der Sensor, der den Salzgehalt des Schweißes misst, eigne sich auch für den Einsatz beim Sport, sagen seine Entwickler.

Das Sensorsystem des Teams um Dermot Diamond vom National Center for Sensor Research an der Dublin City University analysiert die Werte für Natrium- und Chlorid-Ionen im Schweiß, die bei Mukoviszidose erhöht sind. Das Gerät, das den Schweiß sammelt, kann einfach am Arm getragen werden. Dabei drückt ein elektrisches Feld die Substanz Pilocarpin-Nitrat in die Haut. Dies erweitert die Poren, aus denen das Gerät Schweiß heraussaugt und speichert. Die Probe pumpten die Forscher dann durch einen herkömmlichen Sensor für eine Blutanalyse, um die Ionenwerte zu bestimmen. In Zukunft soll auch der Sensor gleich am Arm getragen werden. Die Daten der vollautomatischen Schweißanalyse werden dann per Funk an einen Computer übermittelt, der diese analysiert und die Diagnose stellt.

In ersten Tests an 21 Proben von gesunden Personen und Mukoviszidose-Kranken lieferte das Gerät nur in zwei Fällen nicht die korrekte Diagnose. An den selben Proben scheiterte aber auch der Standard-Labortest, weil es sich offenbar um Grenzfälle handelte, so Diamond.

Die Erbkrankheit Mukoviszidose, auch Cystische Fibrose genannt, ist in Deutschland die häufigste vererbte Stoffwechselkrankheit, rund 8000 Menschen leiden daran. Insgesamt fünf Prozent der Bevölkerung tragen das genetische Merkmal, meist ohne daran zu erkranken. Die Mukoviszidose verklebt lebenswichtige Organe wie Lunge und Bauchspeicheldrüse mit einem zähen Schleim. Dieser ist auch idealer Nährboden für Bakterien, dadurch bedingte Entzündungen zerstören das Organgewebe. Auch heute noch erreichen nur wenige Erkrankte ein Alter von mehr als 30 Jahren. (NewScientist)

Dörte Saße
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