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Neues Potenzmittel stimuliert auch weibliches Sexualverhalten

Ein von amerikanischen Wissenschaftlern hergestellter Wirkstoff, der die sexuelle Erregbarkeit von Männern verstärkt, wird zurzeit in klinischen Studien für die Behandlung von Potenzstörungen getestet. Jetzt haben Tierversuche gezeigt, dass das Mittel auch das weibliche Sexualverhalten stimuliert. Wie Annette Shadiack von der Firma Palatin Technologies auf einer Tagung in Boston mitteilte, soll nun überprüft werden, ob die Substanz PT-141 zur Therapie von Sexualstörungen bei Frauen eingesetzt werden kann.

In Zusammenarbeit mit der Concordia University in Montreal untersuchten die Wissenschaftler die Wirkung von PT-141 auf weibliche Nagetiere. Das Mittel stimulierte deren sexuelle Aktivität. Die Tiere suchten verstärkt Kontakt zu den Männchen und zeigten eine erhöhte Paarungsbereitschaft.

„Diese Ergebnisse zeigen, dass PT-141 für eine Behandlung von Frauen mit gestörtem Sexualverhalten wirksam sein könnte“, sagt Shadiack. Da die Unbedenklichkeit des Medikaments in einer Studie mit Männern bereits überprüft wurde, soll bereits Anfang des nächsten Jahres mit ersten Wirksamkeitstests an Frauen begonnen werden.

PT-141 wird als Nasenspray angewendet und wirkt über das Zentralnervensystem innerhalb von 30 Minuten. Wahrscheinlich bindet der Wirkstoff an bestimmten Rezeptoren im Gehirn und simuliert dadurch die Wirkung von Hormonen, die sexuelle Erregung auslösen. Die Wissenschaftler hoffen, mit PT-141 sowohl bei Männern als auch bei Frauen sexuelle Funktionsstörungen behandeln zu können.

Joachim Czichos
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Throm|bin  〈n. 11; Biochem.〉 ein eiweißspaltendes Enzym, wichtigstes Element bei der Blutgerinnung, das in einer Vorstufe (Prothrombin) im Blut enthalten ist

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vul|ka|nisch  〈[vul–] Adj.〉 von einem Vulkan (herrührend) ● ~es Gestein; ~en Ursprungs

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