Neurobiologie des Verlierens - wissenschaft.de
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Neurobiologie des Verlierens

Die Quelle überstürzter und häufig irrationaler Entscheidungen liegt im Stirnhirn. Dies haben US-Forscher bei Glücksspiel-Experimenten entdeckt. Ihre Resultate veröffentlichten sie nun in der Science-Ausgabe vom 22. März.

William J. Gehring und Adrian R. Willoughby von der University of Michigan ließen Versuchspersonen um Geld spielen und maßen dabei deren Hirnströme. Die Probanden konnten zwischen 5 und 25 Cent Einsatz wählen. Eine Sekunde nachdem sie sich für den Einsatz entschieden hatten, erfuhren die Spieler, ob sie ihren Einsatz gewonnen oder verloren haben und was die andere Entscheidung an Gewinn oder Verlust eingebracht hätte. Wenige Sekunden später mussten sie neu setzen.

Vorhergehende Verluste und Gewinne beeinflussten stark die Entscheidungen der Spieler. Verloren die Testpersonen einige Male hintereinander, so riskierten sie höhere Einsätze ohne lang nachzudenken. Dieses irrationale Verhalten deckte sich dabei mit charakteristischen Hirnströmen in einem Teil des Stirnhirns. Sie traten eine Viertel-Sekunde nachdem die Spieler erfahren hatten, ob sie verloren oder gewonnen haben, auf. Offensichtlich realisierte das Gehirn in diesem Moment den Ausgang der Wette beziehungsweise die Konsequenz der Entscheidung. Die Hirnströme verstärkten sich nur bei Verlusten. Gewinne ließen diesen Teil des Gehirns relativ kalt.

Das menschliche Gehirn tendiert offenbar dazu, nach mehreren schnellen Fehlentscheidungen ein höheres Risiko einzugehen. Dies spiegelt den typischen Spieler-Irrglauben wieder, nach einer Verlustserie wäre ein Gewinn sicher. Dazu passt auch, dass der betroffene Teil des Gehirns ein Teil des limbischen Systems ist, welches für die Emotionen zuständig ist.

Markus Batscheider
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