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Nicht nur groß, sondern auch viele

Der Niedergang der straußenähnlichen Moas auf Neuseeland hatte schon begonnen, als vor etwa 1.000 Jahren die ersten Menschen auf die Doppelinsel kamen: Der Bestand der flugunfähigen Riesenvögel hatte bei der Landung der ersten Maori bereits von drei bis zwölf Millionen Exemplaren auf etwa 160.000 abgenommen. Das berichten Neil Gemmell von der Universität von Canterbury im neuseeländischen Christchurch und seine Kollegen in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society: Biology Letters (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rsbl.2004.0234).

Als die Maori Neuseeland etwa im Jahr 1000 nach Christus besiedelten, begannen sie, die Moas zu jagen. Die Riesenvögel, deren größte Exemplare mehr als drei Meter groß werden konnten, hatten bis zu diesem Zeitpunkt keine natürlichen Feinde und waren daher leichte Beute für die menschlichen Jäger. Die Folge: Innerhalb von etwa 500 Jahren waren die flugunfähigen Vögel vollständig ausgerottet.

Doch der Niedergang der Moas hatte bereits vor der Ankunft des Menschen begonnen schließen Gemmel und seine Kollegen aus Untersuchungen der so genannten mitochondrialen DNA der größten Moa-Art Dinornis giganteus. Je mehr Veränderungen in diesem Teil des Erbguts festgestellt werden, desto größer war die entsprechende Population. Der Grad an Veränderungen bei Dinornis giganteus war so hoch, dass es bis vor etwas mehr als 1.000 Jahren zwischen 300.000 und 1,4 Millionen Exemplare dieser Art gegeben haben muss, schreiben die Forscher. Wird anhand dieser Schätzung die Anzahl aller zu diesem Zeitpunkt lebenden Moas hochgerechnet, muss der Bestand bei drei bis zwölf Millionen Tieren gelegen haben.

Was zum Untergang der Riesenvögel vor der Ankunft der Maori geführt hat, können die Wissenschaftler noch nicht sagen. Durch Vulkanausbrüche ausgelöste Waldbrände, die Lebensraum und Nahrung der Pflanzenfresser vernichteten, kommen ebenso infrage wie durch wandernde Vögel eingeschleppte Krankheiten.

ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel
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