Nur intakte Mangrovenwälder schützen optimal vor Flutwellen - wissenschaft.de
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Umwelt+Natur

Nur intakte Mangrovenwälder schützen optimal vor Flutwellen

Intakte Mangrovenwälder hätten bei der Tsunamikatastrophe im Dezember 2004 in Asien Menschenleben retten können. Das schließen Wissenschaftler aus einer Untersuchung flutgeschädigter Küstengebiete in Sri Lanka. Ein internationales Forscherteam hatte erstmals die nach der Flut von vielen Umweltschützern erhobene These wissenschaftlich untersucht, nach der die Abholzung der Mangrovenwälder in vielen Küstenregionen entscheidend zu den katastrophalen Auswirkungen der Flutwelle beigetragen hat. Wichtig für den Schutz vor Flutwellen sei jedoch nicht nur die Existenz von Wäldern überhaupt, sondern auch deren Zustand.

Die Wissenschaftler aus Belgien, Sri Lanka, Kenia und Indien hatten bereits kurz nach der Flut insgesamt 24 von der Welle heimgesuchte Küstengebiete auf Sri Lanka untersucht. Die Forscher nahmen die Größe der noch verbliebenen Waldstücke, deren Vorgeschichte und Zustand sowie die Schwere der durch die Welle verursachten Schäden auf. Dabei konnten sie nachweisen, dass die Mangrovenwälder tatsächlich einen gewissen Schutz vor der Flut geboten hatten.

Dabei komme es jedoch keineswegs nur auf das Vorhandensein eines Waldes an, sondern auch auf dessen ökologischen Zustand, fanden die Forscher heraus: Wälder, in denen bereits viele der in der Region typischen Baum- und Pflanzenarten verschwunden waren, boten einen weitaus geringeren Schutz vor der Flut und wurden von der Welle auch deutlich stärker geschädigt als Wälder in ihrer ursprünglichen Zusammensetzung, zeigte die Auswertung.

Für den künftigen Küstenschutz bedeute dies, dass bei der Beurteilung der Risiken genau auf die ökologische Qualität der Wälder geachtet werden müsse, folgern die Wissenschaftler. Es müsse nicht nur ein Frühwarnsystem für Tsunamis geben, schreiben die Forscher, sondern auch Warnsysteme, die den Zustand der Wälder überwachten. In vielen Regionen könnten einst abgeholzte Mangrovenwälder auch wieder neu gepflanzt werden, erklären die Forscher.

Farid Dahdouh-Guebas ( Freie Universität Brüssel) et al.: Current Biology, Bd. 15, S. R443

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