Nur satte Korallen sind bunte Korallen - wissenschaft.de
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Nur satte Korallen sind bunte Korallen

Eine ausgewogene Krebsmahlzeit macht Korallen bunter: Während hungrige Korallen eher blass sind, führt eine gute Ernährung zu kräftigeren Farben und besserem Wachstum. Das zeigten Zoologen vom Wissenschaftszentrum in Monaco, indem sie einige Korallen hungern ließen und andere mit winzigen Krebsen fütterten. Die gute Ernährung führt zu einer starken Vermehrung von Algen, die im Inneren der Korallen leben und ihnen die Farbe verleihen, berichten Fanny Houlbrèque und ihre Kollegen in der Fachzeitschrift The Journal of Experimental Biology (Band 207, S. 1461).

Alle riffbildenden Korallen beherbergen in ihrem Inneren einzellige Algen aus der Gruppe der Dinoflagellaten. Diese sind für die Korallen vor allem wichtig, weil sie die Nesseltiere mit zusätzlichen Nährstoffen versorgen und bei der Bildung ihres Kalkskeletts unterstützen. Außerdem sind die Algen für die Farben der Korallen verantwortlich: Die monegassischen Zoologen konnten jetzt zeigen, dass die Intensität der Korallenfärbung von der Zahl der Algen abhängt.

Um herauszufinden welchen Einfluss die Nährstoffversorgung auf das Skelettwachstum der Korallen hat, ließen Houlbrèque und ihre Kollegen einige Steinkorallen der Art Stylophora pistillata hungern, während sie andere mit den Larven von Salinenkrebschen fütterten. Nach acht Wochen zeigten die gefütterten Korallen nicht nur eine stärkere Skelettentwicklung als die hungrigen Tiere, sie hatten auch leuchtendere Farben. Wie eine genauere Untersuchung den Forschern zeigte, hatte bei den gefütterten Korallen die Zahl der Algen deutlich zugenommen. Offensichtlich konnten die gut genährten Korallen die Algen besser mit Mineralstoffen versorgen, woraufhin diese sich stark vermehrten ? und mit ihnen auch die Farbstoffe, die die Korallen bunt machen.

ddp/bdw ? Thomas Kappe
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