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Umwelt+Natur

Paarung macht Schmetterlingsdamen satt

Eine Paarung befriedigt bei bestimmten Schmetterlingsarten gleich zwei Gelüste auf einmal: Das Männchen des Rapsweißlings beispielsweise befruchtet nicht nur die Eier seiner Partnerin, sondern versorgt sie gleichzeitig mit Nährstoffen. Das berichten Schweizer Forscher in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society: Biology Letters (Online-Vorabveröffentlichung, DOI 10.1098/rspb.2003.2579)

Schmetterlingsweibchen sind anspruchsvoll ? zumindest, was den Nährstoffgehalt ihrer Nahrung angeht. Nur wenn sie genügend Aminosäuren, Kohlenhydrate und Fette aufnehmen, können sie sich erfolgreich fortpflanzen. Bisher gingen Forscher davon aus, dass die während des Larvenstadiums aufgenommenen Nahrungsreserven den Schmetterling auch im Erwachsenenalter noch ausreichend versorgen und die Insekten bei Bedarf zusätzlich Nektar zu sich nehmen.

Rapsweißlinge haben jedoch eine weitere Nährstoffquelle, wie Jovanne Mevi-Schütz und Andreas Erhardt von der Universität von Basel nun entdeckten. Den Insektenforschern war aufgefallen, dass die Schmetterlinge zwar grundsätzlich Nektar mit einem hohen Aminosäuregehalt einem weniger nährreichen vorzogen, diese Vorliebe jedoch nicht mehr so stark ausgeprägt war, nachdem die Weibchen sich gepaart hatten. Noch weniger Wert auf gutes Futter legten Schmetterlingsdamen, die bereits mehrfach begattet worden waren. Interessanterweise waren aber genau diese Insekten am langlebigsten und auch am fruchtbarsten.

Der Grund ist ein ganz besonderes Hochzeitsgeschenk, das die Weibchen bei jeder Paarung von ihrem Partner erhalten: Die so genannten Samenpakete enthalten nämlich neben den Samenzellen auch Aminosäuren, Fette, Kohlenhydrate, Salze und sogar Wasser. Die Weibchen können diese Nährstoffe aufnehmen und sie verwerten, beispielsweise um mehr und größere Eier zu produzieren. Sind die Nährstoffe aufgebraucht, muss das Weibchen sich das nächste Männchen suchen ? oder wieder Nektar sammeln.

ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel
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