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Pickel fürs Herz

Männer, die in der Pubertät unter Akne leiden, haben später ein geringeres Risiko, an Herzerkrankungen zu sterben. Gleichzeitig steigt jedoch das Risiko für Prostatakrebs, haben britische Wissenschaftler bei der Auswertung einer statistischen Studie mit mehr als 11.000 Freiwilligen nachgewiesen. Gemeinsame Ursache dieser Phänomene ist nach Ansicht der Forscher wahrscheinlich ein hoher Androgenspiegel im Blut der Probanden.

Für ihre Studie verwendeten die Forscher die Daten von insgesamt 11.232 jungen Männern, die sich zwischen 1948 und 1968 einem freiwilligen Gesundheitscheck unterzogen hatten, und verglichen diese mit der späteren Krankengeschichte der Probanden. Von besonderem Interesse für die Wissenschaftler war dabei der Zusammenhang zwischen den Androgenspiegeln und Todesfällen durch Herz-Kreislauf- sowie Krebserkrankungen. Da während der ursprünglichen Untersuchungen keine direkten Hormonmessungen durchgeführt worden waren, verwendeten die Forscher das Auftreten von Akne in der Pubertät als indirekten Indikator für hohe Androgenspiegel bei den Probanden.

18 Prozent der Teilnehmer hatten während ihrer Jugend unter Akne gelitten, zeigte die Auswertung. Diese Männer hatten später ein um 33 Prozent niedrigeres Risiko, an Durchblutungsstörungen des Herzens zu sterben als die Probanden, die nicht unter Akne gelitten hatten. Umgekehrt war das Risiko für tödlichen Prostatakrebs bei den Teilnehmern mit Akne um 67 Prozent höher als bei den Männern ohne die Hautkrankheit.

Auch in früheren Studien habe es bereits Hinweise darauf gegeben, dass männliche Geschlechtshormone vor Herzkrankheiten schützen können, schreiben die Forscher. Andere Untersuchungen dagegen hatten von einer Erhöhung des Herzinfarktrisikos durch höhere Hormonspiegel berichtet. Die neuen Daten stützen nach Ansicht der Wissenschaftler zwar die erste These, können jedoch keine Auskunft über den genauen Wirkmechanismus der Hormone geben. Auch die Frage, ob Androgene die Bildung von Prostatatumoren verursachen oder nur das Wachstum bereits existierender Entartungen verstärken, müsse noch geklärt werden.

Bruna Galobardes (Universität Bristol) et al.: American Journal of Epidemiology, Bd. 161, S. 1094

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