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Pollenabkömmling beruhigt hysterisches Immunsystem

Eine Impfung mit gentechnisch veränderten und dadurch weniger aggressiven Pollenbestandteilen kann allergische Reaktionen stark vermindern. Das hat ein internationales Forscherteam bei einer klinischen Studie mit 124 auf Birkenpollen allergischen Patienten nachgewiesen. Nach der Behandlung mit den veränderten Allergenen normalisierte sich die Immunantwort der Probanden beim Kontakt mit natürlichen Birkenpollen, und die Symptome wurden deutlich abgeschwächt. Das berichten Rudolf Valenta von der Universität Wien und seine Kollegen in der Fachzeitschrift PNAS (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas.0404735101).

Das Immunsystem von Allergikern reagiert übersensibel auf Stoffe, die eigentlich keine Bedrohung für den Körper darstellen. Bei Kontakt mit diesen Substanzen bildet die Körperabwehr eine spezielle Sorte Antikörper, die die typischen Entzündungsreaktionen auslösen und zu Heuschnupfen, Hautirritationen oder sogar Asthma führen können. Um diese Reaktionen wirksam zu bekämpfen, müssen Therapien daher in die Immunantwort eingreifen.

Bei den bislang angewandten Immuntherapien soll das Immunsystem angeregt werden, indem den Patienten eine Dosis des Stoffes verabreicht wird, auf den sie allergisch reagieren. Die folgende Immunreaktion ist jedoch häufig so stark, dass die Impfung mehr schadet als nutzt. Um eine solche Überreaktion zu verhindern, veränderten Valenta und seine Kollegen Birkenpollenallergene so, dass sie etwa 100mal schwächer wirkten als die natürliche Variante. Mit diesen abgeschwächten Allergenen impften die Forscher die Probanden einmalig und beobachteten anschließend ein Jahr lang deren Immunreaktionen.

Bei den geimpften Teilnehmern war die allergische Reaktion bei Kontakt mit natürlichen Birkenpollen deutlich abgeschwächt, entdeckten die Wissenschaftler. Die Bildung der entzündungserregenden Antikörper ließ nach, während eine andere Sorte Antikörper, die allergische Reaktionen blockiert, stark zunahm. Auch die so genannten Kreuzallergien, die bei Pollenallergikern häufig auftreten und meistens gegen Nahrungsmittel wie Nüsse, Äpfel und Sellerie gerichtet sind, waren nach der Impfung deutlich schwächer. Die Forscher wollen nun ihre Impfstrategie weiterentwickeln, damit sie sowohl zur Behandlung als auch zur Vorbeugung bei Allergien eingesetzt werden kann.

ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel
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